Westtürkische Sprachen
Die Westtürkischen Sprachen umfaßten ursprünglich die Dialekte des westlichen Göktürkenreiches. Dort waren sie Amtssprache.
Diese Dialekte breiteten sich dann in westlicher Richtung aus und es kam zur Bildung neuer türkischer Sprachen. Dabei war der Anteil der ogurischen Völker sehr groß.
Heute umfaßt Westtürkisch im wesentlichen die geographischenen Gebiete Osteuropa und West-Turkestan.
Die Westtürkischen Sprachen im einzelnen:
- Hunno-Bulgarische (Ogurische) Gruppe
- Kyptschakische (Ogurisch-Oghusische) Gruppe
- Kyptschak-Bulgarisch
- Kyptschak-Oghusisch
- Kyptschak-Tatarisch
- Kyptschak-Nogaiisch
- Kyptschak-Usbekisch
- Nogaiisch
- Kasachisch
- Karakalpakisch
- Karatschai-Balkarisch
- Oghusisch-Bulgarische (Oghusisch-Ogurische) Gruppe
- Oghusische Gruppe
- Oghusisch-Turkmenisch
- Oghusisch-Seldschukisch
- Alt-Osmanisch
- Alt-Aserbaidschanisch
- Karlukische Gruppe
- Karlukisch (Westliche Dialekte)
- Choresmisch
- Neu-Uigurisch (Dialekte West-Turkestans)
Hunno-Bulgarische (Ogurische) Gruppe
- Zu dieser Gruppe war vor allem die Sprache der Wolgabulgaren zu rechen. Ihre Sprache, das Wolgabulgarischee, kann als dessen Hauptvertreter angesehen werden (8-14. Jahrhundert). In dieser Sprachform sind nur spärliche Denkmäler überliefert. Aus ihr ging die Kyptschakische Sprache hervor.
- Auch die Sprache der Chasaren gehört in diese Gruppe. Ferner sind die Sprachen der Kimeken und wohl auch der Keraiten dieser Sprachgruppe zugehörig.
- Umstritten ist die Zugehörigkeit der Hunnischen Sprache und der Awarische Sprache in diese Gruppe. Die beiden hatten von diesen hier aufgeführten Sprachen noch immer den größten Einfluß der ogurischen Sprachen, so daß man sie auch zu den Westtürkischen Sprachen rechnen könnte. Dem steht entgegen, daß sie geographisch aus dem Osttürkischen hervor gegangen ist. So werden diese Sprache dieser Sprachgruppe zugerechnet.
Kyptschakische (Ogurisch-Oghusische) Gruppe
Oghusisch-Bulgarische (Oghusisch-Ogurische) Gruppe
- Diese Sprachform bestand früher aus den Dialekten der Kumanischen Sprache. Eng verwandt waren die Dialekte der Petschenegen, von denen allerdings nur ein paar Stammesnamen bekannt sind. Ferner waren die Sprachen der Usen dieser Gruppe zugehörig.
Oghusische Gruppe
Diese Gruppe entstand unmittelbar aus dem Osttürkischen. Ab dem 8. Jahrhundert zogen die Sprachträger in westlicher und südwestlicher Richtung ab. Sie ließen sich im späteren Turkestan nieder und wurden so zu "Westtürken".
- Oghusisch-Turkmenisch: Sie war der Hauptvertreter der Oghusen im 10-11. Jahrhundert. Sie zerfiel in die Dialekte der Oghusen, Onoghusen, Toghusen, Guzz und Torken. Aber auch die Sprache der Naimanen gehört wohl in diese Gruppe.
- Oghusisch-Seldschukisch: Aus ihren Dialekten sollte die Sprache der Seldschuken hervorgehen. Im 11. Jahrhundert zerfiel diese Sprachform in Alt-Osmanisch und Alt-Aserbaidschanisch. Die Trennung in diese Einzelsprachen war bis 1450 vollzogen.
Karlukische Gruppe
Das Westtürkische hat teilweise noch starke Bezüge zum Osttürkischen.
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