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In einem Park am Ufer des Flusses Ner in Chelmno (zu deutsch: Kulmhof) stand das so genannte Schloss. Hier wurden in der Zeit zwischen Dezember 1941 und März 1943 mindestens 145.000 Juden und über 4.000 Sinti und Roma, in einer zweiten Vernichtungswelle von Ende Juni 1944 bis Januar 1945 weitere mehrere tausend Menschen in Gaswagen ermordet, so das Schwurgericht Bonn 1965 in seinem Urteil gegen Angehörige des Lagerpersonals. Polnische Schätzungen sprechen von 300.000 Opfern, die Zahl hat sich aber als stark überhöht erwiesen.
Der Tötungsvorgang lief folgendermaßen ab: Die Juden wurden per LKW oder Eisenbahn herantransportiert, wie aus dem Ghetto Lodz, aber auch Juden, Sinti und Roma aus dem Warthegau, Deutschland, Luxemburg und anderen Ländern. Im Schlosshof wurde ihnen eine Rede gehalten, dass sie entlaust und gebadet würden, um dann zum Arbeitsdienst nach Deutschland zu kommen. Anschließend betraten die Opfer das Innere des Schlosses, sie mussten sich entkleiden und wurden zu einer Rampe getrieben, an deren Ende ein so genannter Gaswagen stand. Nachdem man die Opfer unter Peitschenschlägen dort hineingetrieben hatte, verschloss man die Türen. Der Fahrer kroch unter das Fahrzeug, schloss den Verbindungsschlauch vom Auspuff ins Wageninnere an und startete den Motor. Durch die eindringenden Abgase erstickten die Menschen innerhalb von zehn Minuten. Anschließend fuhr der Fahrer die Leichen in ein Lager im Wald, wo sie verbrannt wurden.
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