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Geschichte
Ausgehend von den seit dem 19. Jahrhundert im Deutschen Reich geschaffenen Grundlagen wurden die Systeme der sozialen Absicherung in der Bundesrepublik Deutschland bis in die 1970er weiter ausgebaut, so dass sie einen im internationalen Vergleich relativ hohen Standard sozialer Absicherung erreichten. Die Finanzierung dieser Absicherung wurde jedoch seit den 1980er Jahren zunehmend problematisch: Die Arbeitslosigkeit stieg, verursachte hohe Kosten und führte gleichzeitig zu sinkenden Einnahmen aus den Sozialversicherungsbeiträgen. Die dadurch entstehenden Defizite wurden durch höhere Staatsverschuldung ausgeglichen.
In den 90er Jahrenn verschärften mehrere Ereignisse die Situation: Die Wiedervereinigung, die Einführung des Euro und die wirtschaftliche Globalisierung:
Befürworter meinen, dass die hohen Kosten für die Sozialversicherungen die Arbeitslosigkeit steigen und damit letztlich sogar die soziale Ungleichheit wachsen lassen. Weiterhin verweisen sie darauf, dass es nicht gerecht sei, zukünftigen Generationen die doppelte Bürde hoher Staatsverschuldung und der Überalterung aufzuzwingen. Sie äußern zunehmend Kritik an der Politik deutscher Gewerkschaften: Anders als skandinavische Gewerkschaften gingen diese weiterhin davon aus, dass sich hohe Lohnkosten nicht negativ auf die Beschäftigung auswirken. Den Gewerkschaften wird vorgeworfen, sie nähmen keine konstruktive Haltung zu Reformen und Veränderungen ein (DGB-Vorsitzender Sommer am 3. April 2004: "Sozialabbau ist Mist").
Aktuelle Entwicklungen
Die regierende SPD, traditionell gewerkschaftsfreundlich, wandte sich in grundlegenden Positionen von der Haltung der Gewerkschaften ab und setzt, wenn auch moderater als von der Opposition und von der Wirtschaft gefordert, den Sozialabbau in Deutschland fort (Agenda 2010). Die Oppositionsparteien CDU/CSU und vor allem FDP verlangen hingegen einen wesentlich radikaleren Sozialabbau als bisher.
Dagegen protestieren zunehmend mehr Menschen. An einem europäischen Aktionstag gegen Sozialabbau demonstrierten am 3. April 2004 alleine in Deutschland mehr als 500 000 Menschen. Ihr Anliegen ist die Verbindung von Reformen mit sozialer Gerechtigkeit. Sie bezweifeln die Lehre, wonach die Entlastung der Unternehmen in den wirtschaftlichen Aufschwung führt.
Der mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP zum neuen Bundespräsidenten gewählte Ökonom Horst Köhler hat als Direktor des IWF aktiv daran mitgewirkt, Länder der sogenannten "Dritten Welt" im Rahmen von Programmen zum Schuldenabbau zur Senkung der Sozialstandards zu zwingen.
Siehe auch: Demografie, Hartz-Konzept
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |