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Sonografie

Sonografie ist die Anwendung von Ultraschall als bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von organischem Gewebe in der Medizin und Veterinärmedizin, sowie von technischen Strukturen. Ein Sonogramm ist ein Bild, das mit Hilfe der Sonografie erstellt ist.

Die Sonografie ist das am häufigsten angewendete bildgebende Verfahren in der Medizin überhaupt. Neben der Kardiotokografie ist es ein Standardverfahren in der Schwangerschaftsvorsorge. Ein wesentlicher Vorteil der Sonografie gegenüber dem in der Medizin gleichfalls häufig verwendeten Röntgen liegt in der Unschädlichkeit der zum Einsatz kommenden Schallwellen. Auch sensible Gewebe wie bei Ungeborenen werden nicht beschädigt.

Die Ultraschallwellen werden mit in den Ultraschallsonden angeordneten Kristallen durch den piezoelektrischen Effekt erzeugt. Zur Erzeugung eines Bildes ist die Schallausbreitung an flüssigkeitshaltiges Gewebe gebunden. Um den Impedanzunterschied zwischen Schallkopf und Gewebeoberfläche zu minimieren, wird die Ultraschallsonde mittels eines stark wasserhaltigen Gels angekoppelt.

Gerichtete Ultraschallstrahlimpulse werden ausgesendet und an Grenzflächen im beschallten Objekt mehr oder weniger stark reflektiert (Echogenität). Aus der Laufzeit der reflektierten Signale kann die Tiefe der reflektierenden Struktur rekonstruiert werden. Die Intensität der Reflexion wird vom Ultraschallgerät als Grauwert auf einem Monitor dargestellt. So stellen sich Strukturen geringer Echogenität als schwarze, Strukturen starker Echogenität als weiße Bildpunkte dar. Gering echogen sind vor allem Flüssigkeiten wie Harnblaseninhalt und Blut. Eine hohe Echogenität besitzen Knochen, Gase und sonstige stark Schall reflektierende Materialien.

Die optische Kohärenztomografie (OCT) arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip, wobei hier Licht statt Schall verwendet wird.

Inhalt
1 Physikalische Grundlagen
2 Auflösungsvermögen
3 Erzeugung von Ultraschall
4 Bildgebungsverfahren
5 Bildfehler
6 Sicherheitsaspekte
7 Organe die dem Ultraschall gut zugänglich sind
8 Vor- und Nachteile
9
10 Siehe auch
11

Physikalische Grundlagen

Sonografie als bildgebendes Verfahren in der medizinischen Diagnostik beruht auf den physikalischen Besonderheiten der Ausbreitung von Schallwellen in einem Medium. Vereinfachend kann die Untersuchung beispielsweise eines Menschen mit der einer Flüssigkeit beschrieben werden, da wichtige materialabhängige Größen in menschlichen Geweben und Wasser annähernd übereinstimmen (s. Tabelle 1). In beiden können sich aufgrund der geringen Scherviskosität nur unpolarisierbare longitudinale Wellen ausbreiten.

Tabelle 1: Materialgrößen
Medium Schallgeschwindigkeit c [m/s] Schallimpedanz Z [g/cm2s] Dichte [g/cm3]
Luft 343 43 0,01
Fett/Wasser/Hirn/Muskeln
Knochen (kompakt) 3600 1,7

Bei einer diagnostischen sonografischen Untersuchung sind folgende Werte für Schallparameter üblich:
Ultraschallfrequenz:
mittlere Intensität:
mittlere Druckänderung (ggü. Normaldruck): .

Mit der Schallausbreitung gehen wie in der Wellenoptik die Phänome Reflexion, Brechung, Beugung, Streuung und Absorption einher. Reflektierte und gestreute Schallwellen werden als Echos von der Ultraschallsonde registriert, und durch die Auswertung derer Intensitäten und Laufzeiten ist eine Abbildung des durchstrahlten Objektes möglich.


Tabelle 2: Frequenzabhängigkeit der Schallreichweite
Frequenz f [Mhz] | Eindringtiefe x [cm] | Untersuchungsgebiet
1                  50
2-3,5              25-15                  Fetus, Leber, Herz
3,5                15                     Niere
5                  10                     Gehirn
7,5                 7
8-9                 6                     Prostata (endo)
10                  5
11-12               4-3                   Pankreas (intraoperativ)
20                  1,2
21-24               1,1-0,9               Auge, Haut
40                  0,6                   Haut, Gefäße

Auflösungsvermögen

Frequenz:                 2-15 MHz
Wellenlänge (in Muskeln): 0,78-0,1 mm
Eindringtiefe (einfach):  12-1,6 cm
Ortsauflösung:  lateral:  3,0-0,4 mm
                  axial:  0,8-0,15 mm

Erzeugung von Ultraschall

Die Erzeugung von Ultraschall und auch der Nachweis zurückkommender Echos finden zumeist elektromechanisch in einem sogenannten Wandler statt, der Teil der
Sonde ist, und basiert auf dem piezoelektrischen Effekt: In einem piezoelektrischen Material wird durch mechanische Spannung eine elektrische Polarisation, eine Aufladung der Oberfläche und damit eine elektrische Spannung erzeugt (Nachweis). Umgekehrt deformieren sich diese Kristalle mechanisch, wenn man eine elektrische Spannung anlegt (Erzeugung). Verwendung finden vor allem Keramiken wie Bariumtitanat, Bleititanat, -zirkonat, -metaniobat. Diese werden polarisierbar gemacht durch starke Erhitzung und anschließende Abkühlung unter Anlegen einer elektrischen Spannung.

Das Schallfeld eines kreisförmigen Ultraschallwandlers

Die Ausbreitung und Intensitätsverteilung der abgestrahlten, durch Begrenzung gebeugten Schallwellen lässt sich aus der Annahme des Huygensschen Prinzips herleiten, dass jeder Punkt der Wandleroberfläche eine Kugelwelle aussendet. Das Ergebnis kann man abhängig von der Entfernung x zum Wandler in Bereiche einteilen: Der Nahbereich ist geprägt durch starke Interferenzen, die eine sehr inhomogene Intensitätsverteilung zufolge haben. Im Fernbereich erhält bildet sich eine kontinuierlich aufweitende Strahlkeule. Im Fokalbereich (zwischen Nah- und Fernbereich) ist die Intensität gebündelt und nimmt senkrecht zur Strahlachse ab. Mit D: Wandlerdurchmesser, λ: Schallwellenlänge liegt er zwischen .

Bildgebungsverfahren

Echo-Impuls-Verfahren

Die Bildgebung mit einem
Ultraschallgerät erfolgt nach dem sogenannten Echo-Impuls-Verfahren. Ein elektrischer Impuls eines Hochfrequenzgenerators wird im Schallkopf durch den piezoelektrischen Effekt in einen Schallimpuls, einen kurzen Wellenzug, umgesetzt und ausgesendet. Die Schallwelle wird eventuell gestreut und reflektiert, je nach Gewebe aber nicht vollständig, sodass eine Welle schwächerer Intensität weiterläuft, solange, bis durch Absorptionseffekte die Schallenergie vollständig in Wärme umgesetzt ist. Ein zurücklaufendes Echo wird im Schallkopf in ein elektrisches Signal gewandelt. Anschließend verstärkt eine Elektronik das Signal, wertet es aus und kann es auf verschiedene Weise an den Anwender ausgeben, beispielsweise auf einem Monitor (siehe Moden).
Der nächste Impuls kann erst ausgesendet werden, wenn alle Echos des einen ausgesandten Ultraschallimpuls abgeklungen sind. Somit ist die Wiederholrate abhängig von Eindringtiefe bzw. Frequenz. Beispielsweise liegt das Herz etwa 15 cm tief. Aus Tabelle 2 ergibt sich eine zu verwendende Frequenz von 3,5 Mhz. Die Laufzeit beträgt dann . Bis das Echo ankommt, vergeht die doppelte Zeit. Die Wiederholrate ist also .

Moden

Das Echo-Impuls-Verfahren kann je nach Anforderung mit verschiedenen Ultraschallsonden und unterschiedlicher Auswertung und Darstellung der Messergebnisse durchgeführt werden, was man als Mode bezeichnet.

Doppler-Verfahren

Die Aussagekraft der Sonografie kann erheblich durch die Anwendung des
Dopplereffekts erhöht werden. Man unterscheidet eindimensionale Verfahren (pulsed-wave doppler, continuous-wave doppler) von zweidimensionalen, farbkodierten Anwendungen (Farbdoppler). Der Dopplereffekt tritt immer dann auf, wenn Sender und Empfänger einer Welle sich relativ zueinander bewegen. Zur Bestimmung der Blutflussgeschwindigkeit in den Blutgefäßen oder im Herzen detektiert man das von den Blutkörperchen (Erythrozyten) gestreute Echo. Das Signal ist um eine bestimmte Frequenz verschoben: die Dopplerfrequenz. Von dem „ruhenden“ Sender, dem Schallkopf, geht eine Welle der Frequenz f aus; ein sich bewegendes Teilchen mit der Flussgeschwindigkeit v nimmt eine Frequenzverschiebung wahr. Das Teilchen streut den Schall und sendet eine Welle aus, die der Schallkopf als Empfänger ebenfalls verschoben wahrnimmt, da sich das Teilchen bewegt. Der Dopplereffekt tritt also zweimal auf; die gesamte Frequenzverschiebung (mit : Winkel zwischen Teilchenbahn und Schallstrahl) beträgt
.
Aus ihrem Vorzeichen lässt sich die Flussrichtung rekonstruieren. Bei gegebener Geschwindigkeit ist die Frequenzverschiebung umso größer, je größer die Sendefrequenz f ist. Im Bereich von 2 bis 8 MHz und Flussgeschwindigkeiten von einigen mm/s bis zu 2 m/s ist etwa 50 Hz bis 15 kHz, liegt also im hörbaren Bereich, womit man werdende Eltern glücklich machen kann, weil sie den Herzschlag ihres Kindes ab der zwölften Schwangerschaftswoche hören können. Zur Geschwindigkeitsbestimmung ist auch eine Winkelmessung notwendig. Wie groß der Fehler in der Geschwindigkeit ist, hängt vom Einstrahlwinkel ab. Die Abhängigkeit vom Winkel lässt sich aber eliminieren, beispielsweise durch Verwendung von Stereomessköpfen.

Anwendung findet das Dopplerverfahren zur Bestimmung von Blutfluss-Geschwindigkeiten, zur Entdeckung und Beurteilung von Herz(klappen)fehlern, Verengungen (Stenosen), Verschlüssen (Atresien) oder Kurzschlussverbindungen (Shunts). Die Kombination B-Bild mit Doppler-Bild nennt man auch Duplex-Bild.

Bildfehler

Bei der Bilderzeugung mittels Ultraschall kann es zu Artefakten kommen, die nicht durchweg als störend gelten, sondern auch zusätzliche Gewebe- bzw. Materialinformationen liefern können.

Sicherheitsaspekte

Der Ultraschall ist eine sehr sichere Methode für die Bildgebung. Als mögliche Schadensquellen für den Menschen kommen die
Wärmeerzeugung und Kavitation in Betracht.

Durch die in der Klinik verwendeten Intensitäten bzw. durch sorgfältige Anpassung und Optimierung der Parameter (Sendeleistung, Impulsfolge, Applikationsdauer) ist eine Gesundheitsgefährdung praktisch auszuschließen. Eine Untersuchung der Food and Drug Administration der USA ergab den folgenden Sicherheitsbereich: Eine Schädigung ist auszuschließen, solange applizierte Intensität mal Einwirkungsdauer unter 50 Ws/cm² bleibt: J·t≤50 Ws/cm², wobei dies nicht als scharfe Grenze aufgefasst werden sollte. International gibt es eine Sicherheitsnorm für Ultraschallgeräte, die allerdings keine Grenzwerte nennt und lediglich die Offenlegung der Schallparameter eines Gerätes fordert, sofern Schalldrücke unter -1 MPa und Intensitäten über 100 mW/cm2 erreicht werden können.

Organe die dem Ultraschall gut zugänglich sind

Alle wasserhaltigen , blutreichen Organe sind für den Ultraschall gut untersuchbar. Schlecht untersuchbar sind alle lufthaltigen Organe und das Innere von Knochen. Auch das Gehirn ist bedingt durch seine Knochenkapsel beim Erwachsenen nur unzureichend zugänglich. Manche Organe sind im Normalzustand nur schwer erkennbar, im krankhaft vergrößerten Zustand ganz gut erkennbar ( Blinddarm , Harnleiter , Nebennieren ) Die ersten Ultraschalluntersuchungen wurden an Schwangeren durchgeführt. Auch heute ist der Uterus ein "Ultraschallorgan". Weiter "sonogene" Organe: Bedingt oder nur indirekt zugänglich: Schlecht schallbar

Vor- und Nachteile

Vorteile

Nachteile

Siehe auch

Ultraschallsonde -- Ultraschall -- Ultraschallgerät -- Piezoeffekt -- Echokardiografie -- TEE (Medizin) -- IVUS


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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