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Das Thema "Seevölker" zählt zu den meistdiskutierten, komplexesten und schwierigsten Forschungsbereichen der (erweiterten) Altertumsforschung. Zahlreiche multidisziplinäre Kongresse widmeten sich ausschließlich diesem Thema. Eine allseits befriedigende und akzeptierte Lösung der "Seevölker"-Frage konnte trotzdem bis heute nicht gefunden werden. Weder ist die genaue Herkunft der einzelnen Völker ist geklärt, noch weche Dimension der sog. "Seevölkersturm" hatte.
Die genaue Identität der meisten aufgeführten sog. "Seevölker" ist bis heute ungeklärt. Viele Althistoriker, Sprachwissenschaftler und Archäologen gingen früher davon aus, dass es sich in der Mehrzahl um indogermanische Illyrer gehandelt haben muss. Heute wird diese These - wenn überhaupt - nur noch in abgeschwächter Form vertreten. Die Theorie eines "Völkersturms" der vom Balkan oder gar noch weiter nördlich ausgehend die Kulturen Griechenlands und Anatoliens weggefegt haben soll, hält neueren Erkenntnissen nicht mehr stand. Heute herrscht die Meinung vor, dass Ausgangspunkt der "Seevölker"-Unruhen der west- und süd-kleinasiatische sowie der ägäische Raum waren.
Die u.a. in der Bibel erwähnten Philister (von ihnen stammt die Bezeichnung Palästina) gehörten zu dieser Völker-Gruppe und werden in den ägyptischen Quellen Peleset (pl(r)st) genannt. Ihre Hinterlassenschaften haben sehr starke Parallelen im mykenischen Bereich. Als gesichert kann auch die Gleichsetzung der "Lukku" mit den Bewohnern der Lukka-Länder gelten. Diese werden in hethitischen Texten oft genannt und lagen in Südwest-Kleinasien. "Lukku" treten - wie auch die berühmten "Schardana" - nicht erst gegen 1200 v. Chr. als "Seevölker" ins Blickfeld der Ägypter. Sie haben bereits auf hethitischer Seite bei der berühmten Schlacht von Kadesch (ca. 1274 v. Chr.) gegen Ramses II gekämpft.
Siehe auch: Seevölkersturm
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