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Ratten

Ratten

Wanderratte (Rattus norvegicus)
Systematik
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Echte Mäuse (Murinae)
Gattung: Ratten (Rattus)
Arten (Auswahl)
Die echten Ratten (Rattus) bilden eine Gattung in der Unterfamilie der echten Mäuse (Murinae) innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) und gehören somit zu den Nagetieren (Rodentia).

Inhalt
1 Ratten in Deutschland
2 Sinnesorgane der Ratte
3 Ausbreitung der Hausratte
4 Ausbreitung der pazifischen Ratte
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Ratten in Deutschland

Von den weltweit 54 Arten der Gattung sind in Deutschland nur zwei anzutreffen: die Wanderratte (Rattus norvegicus) und wesentlich seltener die Hausratte (Rattus rattus). Die schwarze Hausratte ist mit einer Kopf-Rumpflänge von 16 bis 23 cm deutlich kleiner als die graubraune (agouti) Wanderratte mit 18-26 cm. Ohren und Schwanz einer Ratte sind spärlich behaart. Ratten leben in Gruppen zusammen. Ein seltenes Phänomen, welches bei der Hausratte gefunden werden konnte, ist der aus vielen Einzeltieren zusammengewachsene Rattenkönig.

Ratten sind Allesfresser und finden deshalb auch und gerade in der Umgebung des Menschen (Vorratshaltung, Abfälle) geeignete Nahrung.

Mit dem beginnenden Abbau von Vorurteilen über Ratten halten Farbratten auch als Heimtier Einzug.

Sinnesorgane der Ratte

Die Augen der Ratte sitzen weit seitlich am Schädel, so dass Ratten ein großes Blickfeld haben. Ein räumliches Sehvermögen haben Ratten allerdings nicht. Gut ausgeprägt ist der Geruchssinn. Eine wichtige Rolle spielt der Geruchssinn nicht nur bei der Suche nach Futter und bei der Unterscheidung von verschiedenen Nahrungsstoffen. Der Geruchssinn dient auch dazu, Mitglieder des eigenen Rudels zu erkennen. Durch den Geruch kann erkannt werden, ob eine weibliche Ratte brünstig ist. Auch können entspannte von gestressten Tieren unterschieden werden. Auch das Gehör von Ratten ist sehr gut. Ratten hören wie andere Kleinnager bis in den Ultraschallbereich hinein. Das im Innenohr befindliche Gleichgewichtsorgan ist komplex gebaut und sehr leistungsfähig. Auch der Geschmackssinn der Ratte ist gut ausgeprägt. Die Tasthaare am Kopf (um die Schnauze und über den Augen) ermöglicht einer Ratte eine gute Orientierung.

Ausbreitung der Hausratte

Die Hausratte ist auch als Schiffsratte bekannt, sie wurde durch den Transport auf Schiffen weltweit verbreitet. Besonders auf kleineren pazifischen Inseln mit einem fragilen Ökosystem verdrängte sie nicht nur die einheimische pazifische Ratte (Rattus exulans), sondern rottete auch zahlreiche einheimische Arten, besonders flugunfähige Vögel aus.

Als ihre ursprüngliche Heimat gilt Südindien, von hier gelangte sie durch den bronzezeitlichen Handel nach Persien und dem Zweistromland. Aus Tell Isan Bahriyat (Iran) liegen Nachweise von Rattus rattus aus der Zeit um 1500 v. Chr vor. Aus dem Zweistromland gelangte sie nach Ägypten und ins östliche Mittelmeer. Eine zweite Ausbreitungswelle ist vermutlich mit dem Gewürzhandel der römischen Kaiserzeit zu verbinden.

Über den Rattenfloh (Xenophylla cheopis) ist die Hausratte indirekt der Überträger der Pest. Frühe Berichte über Pestepedemien, z.B. die durch Thukydides beschriebene Pest in Athen werden als indirekter Beweis für die Anwesenheit von Hausratten genutzt, nicht immer sind die Beschreibungen der Symptome aber eindeutig.

Nach Großbritannien gelangte die Hausratte vielleicht schon mit den Römern, hier wird eine Pest-Epidemie in Londinum/London im 2. Jahrhundert n. Chr. als Beleg angeführt. Die ältesten Knochenfunde stammen jedoch erst aus einem Brunnen des 4 oder 5. Jahrhunderts aus Skeldergate, York. Manche Forscher nehmen an, daß die Ratte im Frühmittelalter wieder ausstarb (schlechtere Lebensbedingungen durch das Ende städtischer Siedlungen und der Klimaverschlechterung im 7. Jahrhundert) und erst mit heimkehrenden Kreuzrittern wieder eingeführt wurde.

Ausbreitung der pazifischen Ratte

In Südostasien und Polynesien ist die Pazifische Ratte (Rattus exulans) verbreitet. Wie auch durch Untersuchungen mitochondrischer DNA (mtDNA) belegt, erfolgte die Ausbreitung der Ratte nach Ozeanien und Neuseeland durch den Menschen. Wahrscheinlich wurde sie von den frühen Siedlern als Fleischlieferant genutzt. Allerdings gibt es aus Neuseeland Rattenknochen, die um die Zeitenwende datieren, während die ersten sicheren Nachweise menschlicher Besiedlung erst von ca. 1000 n. Chr. stammen.

Auch die Verbreitung der pazifischen Ratte führte zu Schäden in den fragilen Ökosystemen der pazifischen Inseln. Mit dem Beginn der Lapita-Kultur wird die biologische Diversität der meisten Inseln radikal reduziert.


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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