Rückseite
Als Rückseite wird umgangssprachlich eine hintere, dem Betrachter abgewandte Fläche eines gegenständlichen Objektes bezeichnet. Da der Begriff im Gegensatz zur Kehrseite an eine physische Form gebunden ist, findet er keine Anwendung für die Kennzeichnung emotionaler bzw. charakterlicher, dem Betrachter unangenehmer oder fremdartig erscheinender Zustände.
Besondere Bedeutung in verschiedenen Sachzusammenhängen:
- Im kaufmännischen Bereich werden Allgemeine Geschäftsbedingungen regelmäßig auf der Rückseite eines Dokumentes mit Vertragcharakter vermerkt. Dieses sog. Kleingedruckte (bei einem Wechsel auch die Unterschrift des Schuldners) hat besonderen Bestimmungscharakter für die Erfüllung der Vereinbarung und wird häufig aus psychologischen Gründen dem direkten Einblick des Geschäftspartners vorenthalten.
- Im bürgerlichen und adeligen Haushalt der vergangenen Jahrhunderte befanden sich die Eingangstüren der Dienstboten, Knechte und Mägde regelmäßig auf der dem Portal abgewandten Rückseite des Hauses. Damit sollte der Herrschaft der unästhetische Anblick der oft schmutzigen und kranken Bediensteten erspart werden.
- Im geografischen Bereich wird eine unzugängliche Gebirgswand, die dem Betrachter abgewandte Seite eines Planeten bzw. Trabanten im Weltraum oder der ein entfernter Waldrand häufig zum Bezugspunkt für lebhafte Phantasie und Entdeckergeist.
- Im technischen Bereich ist der hintere unzugängliche Bereich eines Gerätes, Werkzeuges oder einer Einrichtung im Maschinenbau durch erhöhten Serviceaufwand gekennzeichnet. Um Wartungs- und Pflegeaufwand möglichst gering zu halten, wird die Rückseite einer technischen Konstruktion daher entweder gesondert zugänglich gemacht (siehe Wartungsluke, Schacht) oder in dierektem Kontakt mit einer Wand oder anderen Einrichtung fest verbunden.
- Im musikalischen Bereich ist häufig die sog. B-Seite einer einer Vinyl-Schallplatte gemeint. Im Holz-Instrumentenbau wird vom Boden eines Instrumentes gesprochen. Als Begriff für die Rückseite einer Bühne hat sich der englische Begriff Backstage eingedeutscht.
Im Gegensatz zur üblichen Ausprägung wird die Rückseite eines Schmuckstückes oder einer Münze i. d. R. ebenso aufwändig bearbeitet wie die Vorderseite. Beispiele hierfür sind die z. T. sehr aufwändig gefertigten Taschenuhren aus dem 20. Jh., welche auf ihrem Boden häufig mit sehr wertvollen Ziseleien versehen wurden oder die Euro-Münzen, auf deren Rückseite im Gegensatz zur einheitlichen Vorderseite nationale Motive mit hohem Indentifikationswert für den Nutzer gefertigt sind.
siehe auch: Vorderseite, Kehrseite
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |