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Peter Scholl-Latour

Peter Scholl-Latour (* 9. März 1924 in Bochum) ist ein deutscher Journalist.

Nachdem er 1945 als Angehöriger der französischen Armee am Indochinakrieg teilgenommen hatte, studierte Scholl-Latour in Mainz, Paris und Beirut Philologie, Politologie und Arabistik und arbeitete bereits während seines Studiums als Reisejournalist für deutsche und französische Zeitungen und Rundfunkanstalten. Für seine Berichte bereiste er Amerika, den vorderen Orient und große Teile Südost- und Ostasiens. 1954 promovierte er in Paris zum Docteur des lettres. Anschließend war er von 1954-1955 Sprecher der Regierung des Saarlandes.

1956 entschied er sich endgültig für den Journalismus, reiste nach Afrika und Indochina, wurde 1960 bis 1963 ständiger Afrika-Korrespondent der ARD, von 1963 bis 1969 zuerst Studio-Leiter der ARD in Paris und anschließend bis 1971 Programmdirektor des WDR-Fernsehens. 1971-1983 war er Chefkorrespondent und Leiter des ZDF-Studios in Paris. Anschließend wandte er sich wieder den Printmedien zu und wurde als Chefredakteur und Herausgeber des durch die Affäre der gefälschten Hitler-Tagebücher schwer angeschlagen Stern Magazin auch zum Vorstandsmitglied des Stern Verlags Gruner + Jahr AG & Co KG berufen. 1984 wurde er Beiratsmitglied der UFA-Film- und Fernseh-GmbH. Nach seinem Ausscheiden bei Gruner + Jahr und dem Stern blieb er als Schriftsteller und Verfasser von Dokumentarfilmen bis heute tätig.

Inhalt
1 Rezeption Scholl-Latours
2 Veröffentlichungen:

Rezeption Scholl-Latours

Durch seine vielen Auslandsreisen, die er seit den 50er Jahren unternommen hat, erwarb sich Scholl-Latour schnell den Ruf des Kenners der Kontinente (ZDF). Den Medien gilt er seit vielen Jahren als erster Ansprechpartner, wenn es um den Nahen Osten und den Islam geht. So äußerte sich Scholl-Latour in vielen Fernsehdiskussionsrunden kritisch über die Rolle der USA und Großbritannien zu den beabsichtigten und später durchgeführten Kriegen in Afghanistan und im Irak.

Auf der anderen Seite wird Scholl-Latour vor allem von Orientalisten und Politikwissenschaftlern für seine Berichterstattung gerügt. Sie werfen ihm vor, durch undifferenzierte Sichtweisen bestehende Feindbilder aufrechtzuerhalten und alte Ängste zu schüren, sowie dass er in seinen Büchern ihrer Meinung nach einige wichtige Aspekte unberücksichtigt ließe. Außerdem sehen manche Kritiker in seinen Beschreibungen afrikanischer Völker rassistische Züge.

Einige prominente Muslime schätzen Scholl-Latour dagegen sehr, darunter sowohl sehr liberale, wie etwa Bassam Tibi, als auch extrem konservative. Beispiel dafür ist Ayatollah Khomeini, der Scholl-Latour bei seiner Rückkehr nach Teheran 1979 die zukünftige Verfassung des Irans anvertraute, weil er nicht wusste, wie sein Empfang sein würde, und er die Verfassung bei dem unbeteiligten Journalisten Scholl-Latour, der im gleichen Flugzeug mitflog, in Sicherheit wähnte.

Ehrungen

Peter Scholl-Latour wurde durch viele Journalistenpreise für seine Arbeit ausgezeichnet:

Veröffentlichungen:


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.