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Das Leben des Heiligen Paulus von Theben (koptisch Amba Bola) wird überliefert in der um 376 von Hieronymus (um 347 - 420) verfassten Vita Pauli primi eremitae. Danach wurde Paulus im Jahr 228 als Sohn wohlhabender christlicher Eltern in Ägypten geboren. Nach dem Tod der Eltern und Erbstreitigkeiten mit seinem Bruder ging er, folgt man Hieronymus, während der Christenverfolgungen unter Decius (249/50) als erster christlicher Einsiedler und Asket (Anachoret) in die ägyptische Wüste. Dort lebte er jahrzehntelang alleine, von einer Quelle, einer Palme und einem Raben, der ihm täglich ein halbes Brot brachte, versorgt. Als er 113 Jahre alt war, wurde er, kurz vor seinem Tod, von dem damals 90-jährigen Antonius (Antonius der Große, 251 - 356) aufgesucht, auf eine Vision des Antonius hin, dem offenbart wurde, daß es in seiner Nachbarschaft einen weiteren, älteren Einsiedler geben würde, der ihm auf dem Weg in die Wüste vorausging. Nach dem Tod des Paulus blieb es Antonius überlassen, mit Hilfe zweier Löwen ein Grab für den heiligen Paulus zu auszuheben.
Die historische Existenz des Paulus von Theben ist umstritten, man geht davon aus, daß Hieronymus mit seiner Geschichte daran gelegen war, sein literarisches Talent herauszustellen und der Vita Antonii des Athanasius (um 300 -373) einen Gegenentwurf für die christliche Heiligenlegende zur Seite zu stellen.
In der bildenden Kunst wird oft das Treffen der beiden Ur-Einsiedler dargestellt, z. B. auf einer Tafel des Isenheimer Altars des Mathias Grünewald (um 1470/75 - 1528) in Colmar (Musée d´Unterlinden) oder auf einem Gemälde von Diego Velasquez (1599 - 1660) in Madrid (Museo del Prado).
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