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Morphy galt als Schachgenie, nachdem er schon im Alter von zwölf Jahren nicht nur eine beachtliche Spielstärke erreicht hatte, sondern überdies "blind", also ohne Ansicht des Brettes zu spielen verstand.
1855 begann Morphy das Studium der Rechte in Louisiana, das er bald mit einem Diplom abschloß. Gleichwohl durfte er noch nicht als Advokat praktizieren, weil er nach dem Recht seines Heimatstaates noch nicht volljährig war.
Auch während seines Studiums hatte Morphy das Schachspiel nicht vernachlässigt; nun konnte er diesem mit größerer Zeit nachgehen. Er schlug die amerikanischen Meister in beachtlicher Weise, zum Teil sogar in Vorgabepartien.
1858/1859 trat Morphy eine Europareise an, auf der er sämtliche Gegner, die es wagten, gegen ihn anzutreten, schlug, darunter auch den deutschen Meister Adolf Anderssen. Einzig der englische Meister Howard Staunton verweigerte sich einem Wettkampf.
Als Morphy 21 Jahre alt geworden war, versuchte er, sein Geld als Anwalt zu verdienen, wobei ihm aber kein Erfolg beschieden war: Die Öffentlichkeit sah in ihm nur das Schachgenie und wollte dieses Bild auch nicht ändern. Morphy zog sich ganz vom Schachspiel zurück und begann das Spiel sogar zu hassen. Als der spätere Weltmeister Wilhelm Steinitz Morphy kennenlernen wollte, war dieser zu einer Begegnung nur unter der Bedingung bereit, daß dabei nicht über Schach gesprochen wurde.
Der völlig vereinsamte Morphy starb am 10. Juli 1884 im Alter von nur 46 Jahren in seiner Heimatstadt New Orleans.
www.schachgeschichte.de/chess/meister/morphy.htm
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