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Das heutige Ostfriesisch ist zwar mit der ursprünglichen friesischen Sprache verwandt und von dieser erheblich beeinflusst, gehört aber nicht zur friesischen Sprachgruppe sondern zum Niedersächsischen.
Ostfriesisches Platt unterscheidet sich in einer Reihe von Merkmalen vom Nordniedersächsischen, wie es östlich von Bremen bis nach Schleswig-Holstein gesprochen wird. Ähnlich wie in der niederländischen Sprache oder in den Alemannischen Dialekten wird häufig vom Diminutiv (der Verkleinerungsform) Gebrauch gemacht. Das Diminutiv-Suffix ist -je und -tje oder -ke, beispielsweise Footjes = Füßchen, Kluntje = Stück Kandiszucker für den Tee, Lüüntje = Spatz, Sperling (Passer domesticus), Tüütje = Hühnchen.
Der Diminutiv findet sich auch häufig bei ostfriesischen Vornamen, insbesondere weiblichen, die dann zu eigenständigen Namen geworden sind.
Auch im Vokabular gibt es Unterschiede, eine Reihe von Wörtern hat ihre nächste Entsprechung im Holländischen oder Englischen.
Beispiele (Ostfriesisch / Nordniedersächsisch / Englisch / Deutsch)
In phonologischer und grammatischer Hinsicht unterscheidet sich das ostfriesische Platt zum Teil erheblich vom Deutschen und vielfach auch deutlich von anderen niederdeutschen Sprachvarianten. Es weist gegenüber dem Deutschen zum Beispiel eine größere Zahl von Vokalphonemen und Diphtongen auf, die bestimmte funktionale Gruppen bilden. Geschrieben wird ostfriesisches Platt, in dem eine beachtliche regionale Literatur existiert, herkömmlich in einer an deutschen Orthographieregeln orientierten Schreibweise, die aber weder dem Lautstand noch den grammatischen Strukturen dieser Sprache gerecht wird. Es gibt seit ca. 1975 eine in jüngerer Zeit noch verbesserte alternative Schreibweise, die den eigenständigen Strukturen der Sprache deutlich besser gerecht wird. Diese findet allerdings bislang nur wenig Verbreitung zumal offizielle Einrichtungen der Kulturpflege wie z.B. die Ostfriesische Landschaft einen ostfriesischen Sonderweg innerhalb der niederdeutschen Sprachgemeinschaft ablehnen.
Die Haltung der Ostfriesen gegenüber ihrem Platt ist gelegentlich etwas zwiespältig. Immer wieder einmal gab es Phasen, in denen Platt eher gemieden und teilweise gezielt unterdrückt wurde weil es als rückständig, unzeitgemäß und einem Fortkommen unter den Bedingungen neuerer Zeit hinderlich galt. Auch Vorurteile hinsichtlich der sozialen Stellung von Platt-Sprechern spielten eine Rolle. Andererseits aber wurde ostfriesisches Platt als entscheidend identitätsstiftender Faktor empfunden und schon die nur lose Eingebundenheit in den Kreis der Sprecher des ostfriesischen Platt reichte beispielsweise aus, sich betont abzugrenzen gegenüber anders regionaler Herkunft, besonders auch dem benachbarten oldenburgischen und emsländischen Raum.
Links
www.holger-weigelt.de/projekte/platt/plattrahmen.html
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