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Die ersten "Minen" waren simple Stollen, die man vor der Erfindung des Schießpulvers unter feindliche Befestigungen grub, um sie zum Einsturz zu bringen (davon kommt auch unser Ausdruck etwas unterminieren). Durch Schießpulver wurden diese Stollen noch wirksamer.
Besonders im Ersten Weltkrieg wurde durch den Stellungskampf verstärkt dieser Minenbau betrieben. Dabei wurden z.B. so genannte Horchstollen gegraben um die feindlichen Minenbauaktivitäten zu entdecken, Quetschstollen um die feindlichen Minenbauer mit einer kleinen Sprengladung zu zerdrücken oder eine Sprengkammer um mit mehreren Tonnen Sprengstoff gegnerische Stellungen zu zerstören.
siehe auch: Minenkrieg
Landmine
Die klassische Landmine ist ein flacher Behälter mit Sprengstoff und einem Zünder, der explodiert, wenn er mit einem bestimmten Gewicht belastet wird.
Die ersten modernen Landminen wurden nach dem Ersten Weltkrieg industriell hergestellt. Es hatte schon vorher verborgene Sprengladungen und Bomben gegeben, aber durch die Massenfertigung wurde die Mine erst zur weit verbreiteten Plage für die Menschheit.
Nach dem UN-Landminenprotokoll muss die Position von verlegten Minen notiert werden. Eingebaute Selbstentschärfungsmechanismen sollen die Minen nach einer bestimmten Zeit automatisch entschärfen.
In der Realität werden Minen jedoch oft unkontrolliert, hastig und ohne Plan verlegt. Von Luftfahrzeugen abgeworfene Minen verteilen sich unregelmäßig, teilweise über weite Strecken. Da sie oft Falldämpfer in Form von kleinen Fallschirmen oder aerodynamisch wirksamen Flächen haben, können sie eine gewisse Strecke vom Wind getragen werden. Manche kriegsführenden Parteien benutzen Minen auch mit voller Absicht gegen die Zivilbevölkerung, um eine Gegend unbewohnbar zu machen oder Terror gegen eine feindliche Bevölkerung zu üben. Tod und lebenslange Verstümmelung Unschuldiger sind die Folgen.
Von den praktischen Wirkungen her sind viele Clustersprengbomben den von Luftfahrzeugen aus abgeworfenen Landminen gleichzusetzen. Gewollt oder ungewollt: ein Teil der verteilten Submunition zündet nicht beim Aufschlag, sondern erst bei späterer Berührung oder Manipulation.
Minen kosten sehr wenig, lassen sich leicht herstellen und rasch in großen Stückzahlen verlegen. Sie sind daher vor allem für Kriege in Entwicklungsländern ungemein attraktiv, wo der Hass zwischen verfeindeten Volksgruppen oft so tief sitzt, dass alle moralischen Bedenken über Bord geworfen werden. So wurden beispielsweise im Balkankonflikt Minen gezielt in den Lebensbereichen (Brunnen, Felder, Stromleitungen) der Zivilbevölkerung eingesetzt.
Anti-Personenminen räumt man mit Spezialfahrzeugen, die einen drehbaren Zylinder aus Metall vor sich tragen, von dem lange Ketten herabhängen. Der Zylinder dreht sich schnell, die Ketten peitschen gegen den Boden und bringen die Minen gefahrlos zur Explosion (siehe auch Keiler (Panzer)).
Panzerminen werden durch das Gewicht eines Menschen nicht ausgelöst und können daher gefahrlos von Menschen entschärft werden.
Es ist daher üblich, beide Minenarten zu mischen, damit Minenräumpanzer nicht bedenkenlos in ein Feld von Anti-Personenminen geschickt werden können und damit menschliche Minenräumer nicht gefahrlos Panzerminen ausgraben können.
Die Entschärfung von Minen erfolgt meist per Hand, indem der Entschärfer den Zünder unschädlich macht. Auch eine Entschärfung per ferngesteuertem Roboter ist denkbar, in armen Ländern aber nicht realistisch.
Dänische Wissenschaftler haben ein genmanipuliertes Gewächs die Mausohrkresse (auch Ackerschmalwand genannt) entwickelt. Die grünen Blätter der Pflanze färben sich nach einigen Wochen rot und zeigen so Stickstoffdioxid im Boden an, das aus im Boden vergrabenen Landminen entweicht. Obwohl noch Probleme zu lösen sind, könnte diese Methode in Zukunft die Minenräumung wesentlich effizienter gestalten.
Im Zweiten Weltkrieg wurden Grundminen entwickelt, die in flachem Gewässer auf Grund liegen und durch den Überlauf eines Schiffes gezündet werden. Die Zündung erfolgte durch die Änderung des erdmagnetischen Feldes am Ort der Mine, hervorgerufen durch das Magnetfeld des überfahrenden Schiffes. Teilweise werden heutzutage die Zünder auch mit Akustiksensoren oder Drucksensoren ausgestattet. Auch Kombinationen unterschiedlicher Sensoren sind möglich. Dadurch besteht die Möglichkeit, eine Zielauswahl hinsichtlich der Größe und des Typs von Schiffen zu treffen. Manche Zünder sind mit Zählwerken ausgestattet, die erst nach einer bestimmten Zahl von Überläufen ansprechen, dadurch soll die Räumung erschwert werden.
Länder mit Seestreitkräften haben seit der Entwicklung dieser Waffe im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung Seeminen sowohl zum eigenen Schutz der Küsten und Häfen ausgelegt, als auch das Seegebiet des Gegners durch Ausbringen von Seeminen blockiert.
Das Legen der Seeminen ist nicht in jedem Fall an einen bestimmten Schifftyp gebunden.
Bis heute sind, zumeist die Küstenregionen vieler Weltmeere, durch Minen aus beiden Weltkriegen noch immer belastet. Das gilt besonders für die Ost- und Nordsee.
Das Suchen und Räumen der häufig unsichtbaren Sprengladungen verlangt nach speziell ausgerüsteten Schiffen, den Minensuchbooten und besonders ausgebildeten Mannschaften. Bis 1972 wurden Seestraßen in Nord- und Ostsee systematisch von Seeminen geräumt und in Seekarten als minenfrei vermerkt. Das Risiko durch die verbliebenen Minen wurde danach, aufgrund des Alters ihrer technischen Ausstattung, wie Zünder und Batterien und der Korrosion durch Seewassereinfluss, als nicht höher eingestuft als das Risiko der Seefahrt überhaupt.
Weltweiter Druck durch Nichtregierungsorganisationen und der Mut einiger Regierungsvertreter führten am 3. Dezember 1997 im kanadischen Ottawa zur Unterzeichnung des Anti-Personenminen-Verbotsvertrages ("Ottawa-Konvention"), der seit dem 1. März 1999 als bindendes internationales Recht in Kraft ist. Mit Stand vom 31. Juli 2003 haben 147 Länder den Vertrag unterzeichnet, darunter 13 Länder, in denen die Ratifizierung aussteht. Weil nie zuvor eine Waffe aufgrund zivilgesellschaftlichen Engagements verboten worden war, wurde der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen 1997 der Friedensnobelpreis verliehen.
Siehe auch: Explosionswaffe, WaffeBauart
Es gibt mehrere Kriterien, nach denen Landminen unterschieden werden:Nach dem Ziel, das angegriffen werden soll:
Der Begriff Antifahrzeugminen wird in vielen Systematiken nicht verwendet, da Antipersonenminen ungepanzerte Fahrzeuge beschädigen und Antipanzerminen in der Regel auch von ungepanzerten Fahrzeugen ausgelöst werden.
Die meisten Antifahrzeug- und Antipanzerminen sind mit einem Aufhebeschutz versehen, oder können mit Zugzündern für Stolperdräte ausgerüstet werden. Sie wirken also tatsächlich auch als Antipersonenminen.Nach der Wirkungsweise:
Nach Zündung:
Manche Beobachtungsminen werden auch einfach elektrisch oder mit Sprengschnur gezündet.Nach der Art der Verlegung:
Nach Umfang der Zerstörung
Beispiel der Klassifizierung in den USA (eigentlich nur für Antipanzerminen angewendet zeigt sie doch deutlich die Denkweise bei der Anwendung von Landminen):
Humanitäre Gesichtspunkte
Gerade die nicht als Sprengkörper erkennbare oder besonders kleinen Minen stellen eine große Gefahr vor allen für Kinder dar.Länder mit Landminen
Minensucher mit Minenspürhund in Sri LankaMinenräumung
Oft suchen Menschen mit Detektoren nach Minen, was aber bei Plastikminen nicht wirkt. Minenräumhunde können verlegte Minen auch erschnüffeln. Auch Ratten werden zur Minensuche eingesetzt.Seemine
Seeminen sind Minen die gegen Schiffe eingesetzt werden. Die ersten Seeminen waren mit Berührungszündern ausgestattet und trieben dicht unter der Wasseroberfläche. Teilweise wurden sie durch Anker an ihrem Standort festgehalten (Ankertaumine).Initiativen und Internationale Abkommen
Bekanntestes Beispiel für ein Engagement gegen Landminen ist Prinzessin Diana, die sich von 1996 bis zu ihrem Tod öffentlichkeitswirksam in Angola und Bosnien für deren Ächtung einsetzte.
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