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Massenvernichtungswaffe

Zu den Massenvernichtungswaffen zählen heute atomare, biologische und chemische Waffen (ABC-Waffen), mit denen der Feind effektiv geschädigt werden soll. In der Regel entstehen bei ihrem Einsatz - manchmal vom Anwender bewusst gewollte - Kollateralschäden. Allerdings ist die Eingrenzung des Begriffs Massenvernichtungswaffe auf ABC-Waffen nicht sinnvoll, da die Zerstörungen durch konventionelle Waffen durchaus die Wirkung der ABC-Waffen übersteigen kann, beispielsweise im Zweiten Weltkrieg. Die Proliferation (Verbreitung) von Massenvernichtungswaffen ist eine große Gefahr für die weltweite Sicherheit.

Inhalt
1 Waffentypen
2 Ethische Bewertung

Waffentypen

Atomare Waffen

Während des
Zweiten Weltkriegeses entwickelten die USA die Atombombe und setzten sie am 6. August 1945 über der japanischen Stadt Hiroshima und am 9. August 1945 über Nagasaki ein. Die Bombe über Hiroshima hat mindestens 90.000 Menschen das Leben gekostet, über Spätschäden sicher sehr viel mehr. Allerdings sind nicht grundsätzlich alle Nuklearwaffen als Massenvernichtungswaffen anzusehen. In bestimmten Fällen dienen sie einem rein militärischen Zweck wie der Flugabwehr, gegen Schiffsziele in der Marine und für besondere Einsatzgebiete wie die Satellitenzerstörung, bei der im Extremfall keine Menschen zu Schaden kommen.

Biologische Waffen

Biologische Waffen richten sich grundsätzlich gegen Menschen und ihre Wirkung kann im Allgemeinen nicht eingegrenzt werden. Aufgrund der Infektions- und Seuchengefahr richten sich diese Waffen insbesondere gegen weiche, zivile Ziele.

Chemische Waffen

C-Waffen als Giftgas wurden erstmals im Ersten Weltkrieg am 22. April 1915 von deutschen Truppen gegen die Franzosen eingesetzt, wobei es sich um Chlorgas handelte. C-Waffen gelten als die Atombombe des kleinen Mannes, da die Herstellung von Giftgas einfach und billig ist. Da sich militärisches Personal sehr einfach und effizient gegen chemische Waffen schützen kann, sind chemische Waffen lediglich gegen Zivilisten effektiv.

Konventionelle Waffen

Aufgrund industrieller Fertigungskapazitäten können konventionelle Waffen heute in grosser Zahl hergestellt werden und gelten in bestimmten Fällen auch als Massenvernichtungswaffen. So wurden im Zweiten Weltkrieg sehr viel mehr Menschen im Bombenkrieg mit Spreng- und Brandbomben getötet, als mit Atomwaffen. Im Vietnamkrieg, Ersten Irakkrieg, Zweiten Irakkrieg, Sowjetischen Afghanistankrieg, Amerikanischen Afghanistankrieg und ähnlichen Konflikten wurden hunderttausende Menschen durch konventionelle Waffen getötet - weit mehr als durch ABC-Waffen im selben Zeitraum.

Ethische Bewertung

In der ethischen Bewertung eines so vielschichtigen Themas wird im Allgemeinen unterschieden, wie die Waffen eingesetzt werden, von wem und gegen wen und in welchem Kontext. Beispielsweise kann eine Atomwaffe gegen rein militärische Ziele eingesetzt werden wie gegen einen (zivile Städte angreifenden) Flugzeugträger oder - im Extremfall - gegen unbemannte Satelliten eines angreifenden Staates. Im anderen Extremfall können Massenvernichtungswaffen in militärisch sinnlosen Angriffen auf zivile Städte eingesetzt werden. Abhängig von derartigen Begleitumständen werden verschiedene Argumentationen vorgetragen. Inwiefern es sittlich legitim sein kann, in extremen Verhältnissen gegenüber einem ungerechten Angreifer mit dem Einsatz von Massenvernichtungsmitteln zu drohen (ohne sie tatsächlich anwenden zu wollen), ist umstritten. Zu bedenken ist, dass jede Drohung nur dann wirkt, wenn sie auch ernst genommen wird. Überdies birgt bereits der Besitz von Massenvernichtungsmitteln ein jederzeit umsetzbares Potential der Zerstörung in sich.


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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