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1 Leben 2 Das Hexentraktat 3 Quellen- und Literaturhinweise 4 |
Leben
Martin Anton Delrio wurde 1551 als Sohn eines spanischen Edelmannes in Antwerpen geboren. Schon früh wurde wohl seine außergewöhnliche Begabung erkannt, was sich vor allem auf dem Gebiet der Sprachenbeherrschung zeigte. Er lernte in der Schule nicht nur die alten Sprachen Latein, Griechisch, Hebräisch und sogar Chaldäisch, sondern beherrschte auch Flämisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch.
Er studierte zunächst in Paris und erwarb dort den Grad eines Magisters der Philosophie, bevor er sich in Leuven dem Studium der Rechtswissenschaften widmete. Dieses setzte er in Salamanca fort und promovierte schließlich 1574 in Jura.
In seine Studienzeit fällt wahrscheinlich auch der Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit, wobei er sich anfangs auf das Edieren und Kommentieren lateinischer Autoren wie etwa Livius, Seneca oder Claudian beschränkte.
Seit 1575 befand er sich nach einer Berufung durch den spanischen König Philipp II als Senator im Regierungskollegium in Brabant. 1577 wurde er dann bereits Generalauditor der Armee, dann Vizekanzler und schließlich Generalprokurator - was alles für seine hohen Qualitäten spricht.
Allerdings fühlte er sich in der Politik offensichtlich letztendlich nicht sehr wohl, wozu auch die andauernden Unruhen in den Niederlanden beigetragen haben mögen. Er legte im Jahre 1580 alle öffentlichen Ämter nieder, ging nach Spanien und trat dort am 9. Mai 1580 in Valladolid in den Jesuitenorden ein. Allerdings wird er von seinem Orden wieder zurück nach Leuven geschickt - allerdings zum Theologiestudium. Dieses setzte er später in Mainz fort. Von 1589 bis 1604 wirkte er dann selbst als Professor der Philosophie, Moraltheologie und der Heiligen Schrift an den jesuitischen Lehranstalten in Doaui, Zürich, Leuven und Graz.
Am 19. Oktober 1608 starb Martin Anton Delrio, krank und erschöpft von einem gelehrten Leben, für das er den Ausspruch des von ihm verehrten Philosophen Sokrates "Errare, hominis esse ..." in die Forderung "Scientes, errata corrigere" umwandelte.
Er liefert mit dieser Schrift ein annähernd umfassendes Kompendium aller wichtigen, bisher erschienenen Hexentraktate. So verweist er beispielsweise auf den Hexenhammer oder auf das Werk von Jean Bodin. Damit liefert er seinen Lesern gleichzeitig ein umfassendes Bild der Entwicklung der Hexenlehre und des Dämonologieglaubens. Für ihn sind der Glaube an Besessenheit, die Notwendigkeit von Teufelsaustreibungenn und verschiedene Arten von Schadenszauberei wichtige Bestandteile der christlichen Lehre. Dabei betont er, dass er sich überhaupt keinerlei Arten von Zauberei ohne Ketzerei vorstellen kann. Somit stellt auch die Weiße Magie für Delrio ein verfolgungsrelevantes Verbrechen dar.
Nach einem einführenden Prolog, in dem Delrio die Nützlichkeit seines Traktates betont, gibt er folgende Übersicht über den Inhalt seiner nun folgenden sechs Bücher zur Hexenlehre:
Das Hexentraktat
Das berühmteste schriftstellerische Werk des Hexentheoretikers Martin Anton Delrio ist zweifelsohne sein Hexentraktat Disquisitionum magicarum libri sex, das er 1599 in Leuven verfasste und dort auch drucken ließ. Obwohl es mehrere Auflagen erlebte, muss seine Wirkung für ein 'breites' Publikum ausgeschlossen werden, da es niemals übersetzt wurde und somit nur den lateinsprechenden Gelehrten zugänglich war und ist.
Delrio erhoffte sich von seinem Werk, es möge als eine Art Handbuch für Richter dienen. Deshalb geht er bei der Darstellung nach folgendem Schema vor:
Dieses Beweisverfahren veranlasste den Hexenverfolgungsgegner Christian Thomasius folgendes Bild von Delrios Traktat aufzustellen:
"Anno 1599 hat der Martinus Delrio ein Jurist sechs Bücher geschrieben von der Zauberey, worinn er als ein sehr belesener Mann, alle Fabeln zusammen gebracht, und weil er nach Art der Scolastiker disputiert, hat er mit desto grösserem Nachdruck die persuasion von dem pacte derer bösen Geister mit denen Hexen, und von dem Glauben welchen man den Bekänntnüssen deren Hexen beylegen müssen, denen Leuten beygebracht. Denn weil er gesehen, so führet er solche Scribenten noch zum Überfluß an."
Literatur:
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |