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Marschall

Mit Marschall (von ahdt. marahscalc, Marschall, Stallmeister oder Pferdeknecht, zusammengesetzt aus marah, Mähre und scalc Schalk, Diener) wird heute einer der höchsten oder der höchste militärischen Dienstgrade bezeichnet. In den USA bezeichnet man mit Marschall (United States Marshal) auch eine Funktion im Rechtssystem.

Inhalt
1 Geschichtliche Entwicklung
2 Marschälle in verschiedenen Ländern
3 Siehe auch

Geschichtliche Entwicklung

Der Marschall war im Mittelalter eines der vier bzw. fünf alten Hofämter, zunächst im wesentlichen Stallmeister. Aus der Oberaufsicht über die Pferde und damit über das berittene Gefolge entstand einerseits mit dem Aufkommen der Ritterheere der Oberbefehl des Marschalls im Kriege und die Führung der Ritterschaft bzw. der Landstände, andererseits eine Oberaufsicht über das gesamte Hofwesen, was endlich dazu führte, dass der Marschall die Obliegenheiten des Truchsessen, Mundschenken und Küchenmeisters übernahm.

Vor allem war er auch Reisemarschall und hatte für die Gäste zu sorgen. In den meisten deutschen Territorien wurden im späteren Mittelalter diese Funktionen auf verschiedene Beamte verteilt:

In dieser Funktion stand er auch dem Hofgericht vor. Die landesherrlichen Hofgerichte in Deutschland entstanden teils aus dem vom Landesherrn als Grafen persönlich geleiteten Landgericht, teils aus den Landtagen und Hoftagen. Sie hatten vielfach ständischen Charakter, waren mit adligen Schöffen besetzt und wurden vom Marschall präsidiert.Sie waren vor allem zuständig für Lehnssachen und für Personen ritterlichen Standes. Der "alte" Marschall, dessen Amt inzwischen meist erblich geworden war, behielt, außer dass er bei Krönungen usw. noch die alten Dienste tat, in einigen Territorien nur noch den Vorsitz der Landstände bzw. des Landtags.

Später - seit dem 16. Jahrhundert - war Marschall allgemeiner Titel der Oberbefehlshaber eines Heeres.

Später wurde der Titel auch als Ehrentitel für verschiedende Gelegenheiten verliehen. Mit diesem nicht unbedingt militärischen Titel wurden häufig ausschliesslich erfolgreiche militärische Führer geehrt. Am bekanntesten hierbei sind der Marschall von Frankreich und die Verleihung des Titels Reichsmarschall an Hermann Göring durch Adolf Hitler. Weitere Beispiel sind der folgenden Liste zu entnehmen.

Marschälle in verschiedenen Ländern

Großbritannien

In
Großbritannien wird der Dienstgrad Marschall in der Royal Air Force anstelle des Dienstgrades General verwendet. Die vier höchsten Dienstgrade lauten (wobei der erste in Friedenszeiten abgeschafft wurde):

Preussen, Deutschland

Nur als Generalfeldmarschall: In der Reichswehr 1920-1935 gab es diesen Dienstgrad nicht.

Weitere Einzelheiten siehe: Generalfeldmarschall

Marschall der Nationalen Volksarmee der DDR

Der Dienstgrad Marschall der DDR wurde am 25. März 1982 (parallel zum Dienstgrad Flottenadmiral) eingeführt. Zur Ernennung zum Marschall der DDR wäre es aber nur im Verteidigungsfall oder bei besonderer militärischer Leistungen auf Beschluss des Staatsrats der DDR durch dessen Vorsitzenden gekommen. Dieser Dienstgrad wäre somit der höchste der DDR gewesen.

Der Dienstgrad Marschall der DDR wurde nie verliehen.

Verteidigungsminister Theodor Hoffmann schaffte 1989 die Dienstgrade Flottenadmiral und Marschall der DDR wieder ab.

Marschall von Frankreich

Der Rang Marschall von Frankreich, frz. Maréchal de France, wurde um 1190 von Philipp II für Albéric Clément geschaffen.

Weitere Einzelheiten siehe Marschall von Frankreich

Marschall von Polen

Diesen Titel trug Józef Klemens Piłsudski seit dem Jahre 1920 in Ausübung seines Amtes als Staatspräsident.

Weitere polnische Marschälle:

Marschall von Finnland

Am
4. Juni 1942 wurde Carl Gustaf Emil Mannerheim der Ehrentitel des Marschalls von Finnland zu seinem 75. Geburtstag verliehen. Zuvor wurde er am 19. Mai 1933 zum Feldmarschall ernannt. Dies erfolgte im Zusammenhang mit dem 15. Erinnerungsjahr der Beendigung des Krieges für die Unabhängigkeit von Sowjet-Russland im Jahre 1918.

Siehe auch


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.