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Linguizid

Der Ausdruck Linguizid (zu deutsch "Sprachmord") bezeichnet die geplante oder bewusst in Kauf genommene Vernichtung einer Sprache. Im Gegensatz zu Genozid und anderen Begriffen ist Linguizid kein völkerrechtlich anerkannter Begriff.

Wissenschaftlich verwendet wurde der Begriff bisher nur von Albert Bock in seiner Studie über das Bretonische "Der Linguizid am Bretonischen" www.univie.ac.at/keltologie/brettext.html .

Von unbekannter Seite (aus dem angelsächsischen Raum?) werden Australien und die USA als Gebiete bezeichnet, in denen ein so genannter "Linguizid" zu beobachten sei. Folgende Verletzungen des UN-Minderheitenschutzes, respektive Ethnozide wären demnach als so genannter Linguizid zu werten:

Die Vermischung, Veränderung und teilweise auch das Verschwinden von Sprachen und Kulturen sind "natürliche" Prozesse, wie sie in der Menschheitsgeschichte schon seit tausenden von Jahren zu beobachten sind. Militärische Eroberungen und Migrationen von größeren Gruppen (Völkerwanderungen) sind meist die Hauptursachen für das Verschwinden von Sprachen oder das Entstehen neuer Sprachen.

Die Sprache ist der wichtigste Kultur-Träger: Sie transportiert Traditionen wie Lieder, Geschichten, die Geschichte der Kultur usw. Daneben dient sie zur Stärkung und dem Erhalt der kulturellen Identität. Aus diesem Grund ist es - insbesondere nach militärischer Eroberung, wenn die Eroberer das entsprechende Territorium besetzen und selbst besiedeln wollen - in den Augen der Eroberer manchmal "notwendig", den Gebrauch der einheimischen Sprache zu unterbinden, um die Einheit der einheimischen Kultur und damit einen möglichen organisierten Widerstand gegen die Besetzung zu zerstören.

Sprachliche Minderheiten sind offiziell durch das Völkerrecht und den Minderheitenschutz der UNO und anderer internationaler Gremien geschützt. Insbesondere in Europa sind heute zahlreiche Anstrengungen von offizieller und inoffizieller Seite her bekannt, um ausgestorben geglaubte und/oder bedrohte Sprachen wieder zu beleben. Gälisch in Irland und Rätoromanisch sind Beispiele, bei denen diese Politik erste Erfolge zeigt. In zentralistischen Nationalstaaten wie beispielsweise Frankreich werden hingegen bisher keinerlei Anstrengungen von staatlicher Seite her unternommen, um die seit der napoleonischen Zeit unterdrückten Minderheitensprachen (Bretonisch, Baskisch, Elsässisch, Korsisch) wieder zu beleben respektive zu fördern.

Siehe auch: Sprachtod, ausgestorbene Sprache


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.



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