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Aufgrund der Verwobenheit von jüdischem Volk, jüdischem Glauben und jüdischer Tradition und Geschichte greifen allerdings rein ethnische oder religiöse Ansatzpunkte zu kurz, um eine Begriffsdefinition zu versuchen. Im folgenden werden die heute am häufigsten benutzten Definitionen für die Zugehörigkeit zum Judentum kurz aufgezeigt.
Wer ist Jude?
Traditionell
Innerhalb der Halacha, der jüdischen Gesetze und Traditionen, werden die Kinder einer jüdischen Mutter als Juden betrachtet.
Das ist unabhängig davon, ob der oder die Betreffende den jüdischen Glauben praktiziert, nur jüdischen Gebräuchen folgt oder sich ganz vom Judentum abgewandt hat.
Außerdem ist Beitritt zum Judentum durch Konversion (Gijur genannt) möglich. Ein einfacher 'Glaube' an die jüdische Religion macht einen Menschen jedoch nicht zum Juden.
Dieses Prinzip wird im Talmud auf die Tora zurück geführt, weswegen man davon ausgehen kann, dass es schon seit Entstehung des Judentums seine Gültigkeit hatte. Dadurch entwickelte sich eine Kultur, die über lange Zeit stabil blieb und eine eigene Identität bewahrte.
Heute unterscheidet man säkuläre und "religiöse" Juden.
Im Reformjudentum in den USA und im liberalen Judentum Großbritanniens wird eine einfachere Konversion akzeptiert. Auch können danach Kinder eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter ebenfalls als Juden angesehen werden, wenn diese Kinder jüdisch erzogen wurden.
Diese Abweichung von der traditionellen Sichtweise hat zu Spannungen mit traditionellen (konservativen, orthodoxen) Juden geführt.
Neubewertungen
Vor allem seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind innerhalb einiger jüdischer Richtungen die Kriterien, ein Jude zu sein, flexibler ausgelegt worden.Etymologie
Das deutsche Wort "Jude" kommt vom hebräischen yehudi, was soviel wie "Bewohner des Landes Juda" bedeutet.
Im Altgriechischen entstand daraus Ιουδαιος (Ioudaios), im Latein Judaeus. Beide Worte können je nach Kontext auch als "Judäer" übersetzt werden.
Siehe auch: Antisemitismus, Zionismus, Holocaust, Nürnberger Gesetze, Religion während des Nationalsozialismus
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