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Leben
Johannes Paul wuchs in der Kleinstadt Wadowice als Sohn eines ehemaligen k.u.k-Offiziers auf und schrieb sich 1938 zum Studium der Philosophie und Literatur in der jagiellonischen Universität in Krakau ein. Wadowice und Krakau, zwei Orte, die bis zur deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg sehr stark durch die jüdische Kultur mit beeinflusst waren, waren prägend für sein sehr positives Verhältnis zum Judentum. Wojtyłas Interessen waren schon in jener Zeit breit gefächert; groß war sein Engagement im rhapsodischen Theater. Während der deutschen Okkupation führte er seine Studien fort, wurde aber für schwere Arbeit in einem Steinbruch sowie in einer Chemiefabrik zwangsverpflichtet. 1942 verspürte er den Ruf Gottes zum Priestertum und trat dem Untergrundseminar der Erzdiözese Krakau bei.
Am 1. November 1946 wurde er zum Priester geweiht und promovierte in den folgenden zwei Jahren auf Anweisung Kardinal Sapiehass in Rom über die Theologie und Mystik des heiligen Johannes vom Kreuz. Nach Abschluss des Doktorats war er in der Studentenkirche St. Florian tätig, wo er schon bald für seine Predigten bekannt war. Seine unkonventionelle Art machten ihn bald schon zu einem beliebten Ansprechpartner unter den katholischen Studenten. In den folgenden Jahren vertiefte er seine philosophischen und ethischen Studien und bekam 1954 einen Lehrauftrag in der Universität von Lublin. Am 28. September 1958 wurde er Weihbischof von Krakau. Wojtyła nahm aktiv am Vatikanum teil; sein Hauptaugenmerk lag dabei auf der Religionsfreiheit (Dignitatis humanae) und einer zeitgemäßen Verkündigung der kirchlichen Lehre (Gaudium et Spes). 1964 folgte er Kardinal Sapieha im Amt des Erzbischofs von Krakau. Sein Episkopat in Krakau ist vor allem durch eine "sanfte" Konfrontation mit dem kommunistischen Regime Polens geprägt. Sein Beharren auf dem Bau einer Kirche in der neu gegründeten Arbeiterstadt Nowa Huta; und seine Predigten, in denen er oft die freie Ausübung der Religion für alle Polen forderte, zeigte ihn als unerschrockenen Antikommunisten.
Die Kardinalswürde erhielt er am 26. Juni; 1967. Am 16. Oktober; 1978 wurde er beim Konklave in der Sixtinischen Kapelle als Nachfolger des am 28. September 1978 verstorbenen Johannes Paul I; (it.: Giovanni Paolo, polnisch: Jan Paweł) zum Papst gewählt. Damit ist er der erste nichtitalienische Papst seit dem Niederländer Hadrian VI; († 1523).
In den ersten Jahren seines Pontifikats standen das Beharren auf der Religionsfreiheit und eine damit verbundene Konfrontation mit den kommunistischen Regimes Osteuropas im Vordergrund. Die polnische Parteiführung konnte eine Pastoralreise in die Heimat aufgrund der Popularität des Krakauers nicht verhindern. Weitere Reisen in den Jahren 1979 und 1980 führten ihn nach Mexiko, Zentralafrika und Ostasien. Auch seine Bischofsernennungen sorgten für Aufsehen. So brachte die Ernennung des jüdischen Konvertiten Jean-Marie Lustiger zum Erzbischof von Paris die recht eingeschlafene französische Hierarchie durcheinander und läutete eine neue Epoche im seit der französischen Revolution zerstrittenen Katholizismus Frankreichs ein. Auch anderswo in Europa sorgten in der Ortskirche umstrittene Bischofsernennungen, z.B. diejenige von Wolfgang Haas in Chur und später in Liechtenstein, Hans Hermann Groër in Wien, Kurt Krenn in St. Pölten; für Konflikte.
Am 13. Mai 1981 verübte der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Agca auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf Johannes Paul II. Dieser wurde dabei durch drei Kugeln schwer verletzt. Die Hintermänner wurden schon bald beim sowjetischen Geheimdienst KGB vermutet. Aufsehen erregte der Papst, als er den Attentäter, dem er schon auf dem Krankenbett vergeben hatte, nach der Genesung im Gefängnis besuchte. Da der Tag des Attentats auf den Tag fiel, an dem sich in Fátima die erste Marienerscheinung ereignet hatte, schrieb Johannes Paul II. seine Rettung der Gottesmutter zu und bedankte sich mit einer Wallfahrt in den portugiesischen Wallfahrtsort.
Papst Johannes Paul II. hat in seiner Amtszeit bereits 473 Heiligsprechungen vorgenommen. Die Zahl aller von seinen Vorgängern in den letzten 400 Jahren insgesamt heiliggesprochenen Personen ist nur etwa halb so hoch. Er sprach auch die italienische Kinderärztin Gianna Beretta Molla als eine von wenigen verheirateten Frauen heilig - sie gilt als Vorbild der Abtreibungsgegner.
Seit mehreren Jahren leidet Papst Johannes Paul II. an der Parkinson-Krankheit. Er ist inzwischen der am drittlängsten regierende Papst in der Geschichte.
Am 24. März 2004 erhielt Johannes Paul II. den international bedeutenden Karlspreis der Stadt Aachen.
Johannes Paul II. ist Ehrenmitglied des FC Schalke 04 - eines in seiner Geschichte stark von polnischen bzw. polnischsprachigen Einwanderern geprägten Vereins im Bistum Essen.
Wirken
Reisen, Ökumene und interreligiöser Dialog
Die bisherige Amtszeit von Johannes Paul II. ist geprägt von der Öffnung der Kirche nach außen. Dies zeigte sich schon zu Beginn des Pontifikates durch zahlreiche Auslandsreisen und immer wieder im Namen der Katholischen Kirche bei verschiedenen Anlässen vorgetragene Schuldbekenntnisse wie im Jahr 2000. Ein besonderes Anliegen des Papstes ist die "Ökumene", besonders mit den orthodoxen Kirchen, aber auch der interreligiöse Dialog, insbesondere mit dem Judentum und dem Islam. Sichtbaren Ausdruck fanden diese Bemühungen vor allem bei dem ersten Weltgebetstreffen der Religionen 1986 in Assisi, das seither an verschiedenen Orten wiederholt wurde. Sein Besuch in der Synagoge von Rom gilt als der erste eines Papstes seit Petrus. Ähnlich spektakulär war seine Visite in der Omajaden-Moschee zu Damaskus.
Andererseits hat Papst Johannes Paul II. eine Vielzahl von Lehrentscheidungen getroffen, die in der westeuropäischen und nordamerikanischen Kirche für heftige Kontroversen gesorgt haben, so das am 17. April 2003 veröffentlichte Dokument Ecclesia de Eucharistia, in dem er das bestehende kirchliche Verbot, die Eucharistie zusammen mit Vertretern andererer Konfessionen zu feiern, erneuerte. Auch die von der Kongregation für die Glaubenslehre verfasste und von Johannes Paul II. bestätigte Erklärung Dominus Jesus, in der der evangelischen Kirche der Rang als gleichberechtigter Partnerin der katholischen Kirche abgesprochen wird, wurde insbesondere im konfessionell gemischten Deutschland heftig kritisiert.
Kirchendisziplin und Moral
Johannes Paul II. weigert sich wie seine Vorgänger, den umstrittenen Zölibat für Priester aufzuheben.
In seinem Apostolischen Schreiben Ordinatio Sacerdotalis gab er bekannt, dass es der Kirche nicht möglich sei, Frauen zu Priestern zu weihen.
Auch in Fragen der Sexualmoral weicht er nicht von den bisherigen Lehrmeinungen ab. In seiner Enzyklika Evangelium Vitae bestätigte er die Immoralität eines Eingriffes in den Geschlechtsakt (künstliche Empfängnisverhütung) sowie der Zerstörung der männlichen und weiblichen Fruchtbarkeit (Sterilisation).
Weltpolitik
Bereits in seiner ersten Enzyklika verkündete Johannes Paul II. "Der Weg der Kirche ist der Mensch" und machte sich stark für die Menschenrechte.
Vielfältig waren seine bisherigen Bemühungen. So war er das erste Staatsoberhaupt, das Jassir Arafat eine Audienz gewährte. Nach der Bundesrepublik Deutschland erkannte zuerst der Vatikan das katholische Kroatien als Staat an.
In das gegenwärtige Pontifikat fällt auch der Niedergang des Warschauer Paktes. Johannes Paul II. wird ein großer Anteil an der Demokratisierung seines Heimatlandes Polen zugeschrieben. Die offene Parteinahme für die demokratische Gewerkschaft Solidarność war ein wesentlicher Beitrag zum Ende des Sozialismus in Polen.
Sein mea culpa im März 2002 vor seinem Israelbesuch, die Bitte um Vergebung für die Verbrechen, die katholische Christen an Juden und anderen Nicht-Christen begingen, wurde als historischer Akt bezeichnet. Vor dem Irakkrieg im Jahr 2003 äußerte der Papst wiederholt und heftig seine Gegnerschaft.
Eigene Werke
Sekundärliteratur
| Vorgänger: Johannes Paul I | Liste der Päpste Johannes Paul (Päpste) | Nachfolger: |
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |