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Leben
Johann Christoph Adelung wurde am 8. August 1732 zu Spantekow bei Anklam geboren,
studierte Theologie in Halle und wurde 1759 Professor am evangelischen
Gymnasium zu Erfurt; er gab aber wegen konfessioneller Streitigkeiten 1761
sein Amt auf und widmete sich in Leipzig literarischen Arbeiten.
Mit besonderm Fleiß wandte er sich dem Studium der deutschen Sprache zu. In seinem "Grammatisch-kritischen Wörterbuch der hochdeutschen Mundart" (Leipzig 1774-86, 5 Bde.; 2. Aufl. 1793-1802, 4 Bde.) erklärte er die Wörter nach ihrer Etymologie, ihren Bedeutungen und syntaktischen Verbindungen sowie nach Aussprache und Schreibung und belegte das Gesagte mit Beispielen. Später ließ er dem großen Werk ein "Kleines Wörterbuch für die Aussprache, Orthographie, Biegung und Ableitung" (Leipzig 1788, 2. Aufl. 1790) folgen. Im Jahr 1787 als Hofrat und Oberbibliothekar nach Dresden berufen, starb er daselbst am 10. September 1806.
Andere Werke von Adelung s.u. Werke.
Bedeutung
Adelung brachte mit dem Grammatisch-Kritischen Wörterbuch der hochdeutschen Mundart das erste große Wörterbuch der deutschen Sprache heraus. Dieses Wörterbuch richtete sich nach der phonetischen Rechtschreibung. Es hat maßgeblich zu deren Standardisierung beigetragen. Die darin aufgeführte Einteilung in Wortarten bleibt bis heute unverändert.
Adelungs Fleiß und Gründlichkeit verdienen um so mehr Anerkennung, als er mit seiner Sprachansicht noch mitten im rationalistischen Jahrhundert stand: "Die Sprache ein Werk des Menschen und zwar des Verstands; je roher das Volk, desto roher seine Sprache". Zu einer richtigen Würdigung der Sprachgesetze und verschiedenen Entwicklungsstufen der Sprache vermochte er bei der damals noch so mangelhaften Sprachkenntnis nicht zu gelangen. Dennoch sind seine Verdienste und der Fortschritt, den er gegen die Frühern bezeichnet, auf dem Gebiet der deutschen Sprache, besonders auf dem der Lehre vom Satz, bedeutend genug.
Siehe auch: Johann Heinrich Zedler, Joachim Heinrich Campe, Wortschatz.
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