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Gijur

Der Gijur bezeichnet den Übertritt eines Nicht-Juden zum Judentum.

Das Judentum betrachtet ausschließlich Kinder einer jüdischen Mutter als jüdisch. Andere Personen müssen formal übertreten. Voraussetzungen dafür sind der feste eigene Entschluss, Jude bzw. Jüdin zu werden, der Glaube an einen Gott und der Vorsatz, jüdisch zu leben. Der Konvertit muss außerdem über eine längere Zeit hinweg Kenntnisse über das Judentum erwerben (meistens in einem Kurs). Beim Übertritt vor einem Rabbinatsgericht (d.h. drei Rabbinern) wird überprüft, ob alle diese Voraussetzungen erfüllt sind und der Kenntnisstand über das Judentum ausreicht, um als Jude zu leben. Zum Übertritt ist bei Männern außerdem eine vorherige Beschneidung erforderlich. Für alle Konvertiten ist ein rituelles Untertauchen in der Mikve üblich, das eine spirituelle Wiedergeburt symbolisiert. Übergetretene werden oft als "Proselyten" bezeichnet.

Teile des orthodoxen Judentums lehnen Übertritte ab, während sie im konservativen, reformierten oder progressiven Judentum akzeptiert sind. Diese unterschiedlichen Ansichten werden beide aus dem Talmud begründet, der einmal die Proselyten als "...schwer wie ein Ausschlag" bezeichnet, aber andererseits das Volk Israel als ausgewählt ansieht, "... damit ihm Proselyten hinzugefügt werden".

Das Judentum hat sich, außer in der Zeit von ca. 150 v.u.Z. bis ca. 50 u.Z., selten missionarisch betätigt, da es auch Nichtjuden einen Platz im erwarteten Gottesreich zuspricht. Als Kriterium gilt nicht die Zugehörigkeit zum Judentum, sondern das moralische Handeln. Daher ist die Zahl der Übertritte im allgemeinen gering.

siehe auch Konversion (Religion)
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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