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1 Leben 2 1788 bis 1819/20 3 1819/20 bis 1866 4 Bildnisse 5 Nachleben 6 Nachlaß 7 Werke 8 Ausgaben 9 10 |
Leben
1788 bis 1819/20
Friedrich Rückert wurde am 16. Mai 1788 in Schweinfurt geboren.
Sein Vater, ein Rentbeamter, wurde 1792 nach dem Dorf Oberlauringen in
Unterfranken versetzt. Die Eindrücke seiner dort verlebten Frühjugend hat
Rückert in dem 1829 entstandenen Zyklus "Erinnerungen aus den Kinderjahren
eines Dorfamtmannssohns" in poetisch-humoristischen Genrebildern
dargestellt. Nachdem er auf der lateinischen Schule zu Schweinfurt die
akademische Vorbildung erhalten, bezog er 1805 zum Studium der Rechte die
Universität Würzburg, wo er bis 1809 verweilte, sich jedoch bald ausschließlich
den Studien hingab, zu denen ihn sein innerster Beruf zog: philologischen und
ästhetischen, von denen er erstere in solcher Ausdehnung trieb, dass er später
von sich selbst sagen durfte: "Mir lebt jede Sprache, die Menschen
schreiben". Nach einer kurzen Verfolgung der Dozentenlaufbahn in Jena (seit
1811) und nach einem darauf in Hanau unternommenen, aber gleichfalls bald
abgegebenen Anlauf, als Gymnasiallehrer zu wirken, zog sich Rückert für
eine Weile ganz von amtlicher Thätigkeit zurück, ließ sich als Privatgelehrter
zu Würzburg nieder und lebte in den nächsten Jahren teils hier, teils in
Hildburghausen, teils wieder im Elternhaus.
Populär wurde Rückert zunächst mit seinen "Geharnischten Sonetten", die er unter dem Pseudonym Freimund Reimar gegen die napoleonischeische Besatzung schrieb; diese Sonette wurden aber erst nach Beendigung der sog. Befreiungskriege veröffentlicht.
1815 ging Rückert auf Anregung des Ministers v. Wangenheim nach Stuttgart, wo er die Redaktion des poetischen Teils des Cottaschen" Morgenblatts" übernahm, den "Kranz der Zeit" (1817) und "Napoleon, eine politische Komödie in zwei Stücken" (1816-1818) erscheinen ließ und sich mit dem Plan einer Reihe von Hohenstaufenepopöen trug, den er später jedoch fallen ließ.
Im Herbst 1817 reiste der Dichter nach Italien, wo er den größten Teil seiner Reisezeit in fruchtbarem Verkehr mit den deutschen Künstlern zu Rom verbrachte, und kehrte 1818/19 über Wien, wo er bei Josef von Hammer-Purgstall (1774-1856) Persisch gelernt hatte, in die Heimat zurück. Seit dem Italien-Aufenthalt Rückert mit dem Zeichner und Kupferstecher Carl Barth befreundet.
1819/20 bis 1866
Von 1820 bis 1826 lebte Rückert als Privatgelehrter vornehmlich in Ebern und
Coburg. In dieser
Zeit beschäftigte er sich u.a. mit Teilübersetzungen des Koran sowie der Übersetzung
des Hamasa des Abu Tamman († 845). Er
heiratete Luise Wiethaus-Fischer.
Rückert folgte 1826 einem Ruf als Professor der orientalischen Sprachen und Literaturen nach Erlangen. Erschütternd sind die Kindertodtenlieder (herausgegeben von Hans Wollschläger), in denen er den frühen Tod (1833/34) seiner beiden Lieblingskinder beklagt.
Nach Friedrich Wilhelms IV. Thronbesteigung in Preußen wurde er 1841 nach Berlin berufen, wo er, sich wenig heimisch fühlend, mit häufigen Unterbrechungen bis 1848 wohnte, um dann auf immer nach seinem Ruhesitz in Neuses zurückzukehren. In den Jahrzehnten vor und nach der Berufung in die preußische Residenz blieb der Dichter, wovon seine Haus- und Jahreslieder Zeugnis ablegten, gleich produktiv. 1846 erschien nach langjährigen Vorarbeiten die Hamâsa.
Nach äußerlich meist ruhigem, an Ehren reichem Alter starb der Dichter am 31. Januar 1866 in Neuses, wo ihm 1869 ein Denkmal (Kolossalbüste von Conrad) errichtet wurde.
Bildnisse
Bildnisse von Friedrich Rückert haben u.a. Carl Barth, Bertha Froriep und Carl August Hohnbaum d.J angefertigt.
Nachleben
Die Kindertodtenlieder wurden von Gustav Mahler vertont.
Es existieren mehrere öffentliche Denkmäler des Dichters an den Orten seiner Lebensstationen, z.B. in Erlangen und Schweinfurt. Das Brunnen-Denkmal in Erlangen (Schloßgarten) wurde 1904 in gedrungenen Jugendstilformen errichtet.
Nachlaß
Rückerts umfangreicher Nachlaß ist auf mehrere Standorte verstreut (z.B. Münster, Schweinfurt, Erlangen, Berlin , Weimar).Werke
Erstausgaben sind bei www.rueckert-gesellschaft.de/bib.htmlwww.rueckert-gesellschaft.de/bib.html aufgelistet; hier eine Auswahl:Ausgaben
Im 19. Jahrhundert sind mehrere Auswahlausgaben erschienen, die als Leseausgaben noch immer eine gewisse Bedeutung haben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind einige seiner Übersetzungen aus dem Nachlass erschienen.
Seit 1998 erscheint die Historisch-kritische Ausgabe in Einzelbänden.Werkausgben
Einzelausgaben
Literatur zu den Bildnissen
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |