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Friedrich Konrad Hornemann

Friedrich Konrad Hornemann (* 15. September 1772 in Hildesheim, † Februar 1801 in Boknane, Nigeria) zählt neben Mungo Park zu den ersten erfolgreichen Forschungsreisenden der Londoner African Association.

Inhalt
1 frühes Leben
2 Afrikareise
3 Schriften
4

frühes Leben

Der Tag von Hornemanns Geburt ist nicht ganz sicher, lässt sich aber einschränken, da ein großer Verzug zwischen Geburt und Taufe nicht zu anzunehmen ist. Laut Kirchenbuch der Andreaskirche Hildesheim fand die evangelische Taufe, mit Namen Friedrich Conrad, am 20. September 1772 im Wohnhaus seiner Eltern statt.

Seine Mutter Juliana Hornemann stammte aus der Familie des Konsistorialrats Crome in Alfeld. Sein Vater war Erster Pastor an St. Andreas. Friedrich Hornemann wuchs zusammen mit zwei älteren Schwestern und einem jüngeren Bruder auf und besuchte das Gymnasium Andreanum, an dem unter anderem auch sein Vater unterrichtete. Als dieser starb, kam Friedrich 1788 in die Obhut seines Onkels Ludwig Gottlieb Crome, Rektor des Joahanneums in Lüneburg, der mit seiner großen Familie in wirtschaftlicher Not lebte.

Im Frühjahr 1791 endete Hornemanns Schulzeit. Am 5. Mai des Jahres trug er sich in die Matrikel der Georgia Augusta in Göttingen als Student der Theologie ein. Nach dem Wintersemester 1793/1794 schloss er sein Studium ab und unterrichtete als Hauslehrer und an eine Schule in Hannover.

Spätestens im März 1796 bat Hornemann den Göttinger Naturwissenschaftler Johann Friedrich Blumenbach um eine Empfehlung an Joseph Banks, den President of the Committee of The African Association for Promotion the Interior of Africa. Zwischen Blumenbach und Banks bestand ein Vertrauensverhältnis, auf das Hornemann baute. Einem lang gehegten Wunsch nachgebend hate er sich entschlossen, in „unbekannte Gegenden der Welt" zu reisen. Definiertes Ziel war es, eine Karawane von Kairo aus in die Haussa-Staaten zu begleiten und dabei die in Europa weitgehend unbekannten geographischen Verhältnisse zu erkunden.

Durch Blumenbachs Einfluß erhielt Hornemann die Möglichkeit, durch einen finanziellen Zuschuss der Africa Association zielgerichte Studien in Göttingen zu betreiben. Er lernte die Arabische Sprache und Ortsbestimmungen auf astronomischer Basis zu berechnen und befasste sich eingehend mit der Geographie Afrikas. Es gibt Anhaltspunkte, die auch ein physisches Training vermuten lassen.

Im Dezember 1796 fühlte sich Hornemann auf seine Aufgaben ausreichend vorbereitet und teilte der Africa Association mit, bereits in wenigen Wochen die Reise von Kairo nach Katsina antreten zu können. In London entschied man sich, ihn zunächst einmal persönlich kennenzulernen, zu instruieren und Bedingungen festzulegen.

Afrikareise

Mitte Februar 1797 verließ Hornemann Göttingen, fuhr per Postkutsche und -boot über Cuxhaven nach London. Einzelheiten, Aufgaben, Kostenerstattung und Honorare wurden vereinbart. Aber es sollte beinahe vier Monate dauern bis die Weiterreise über Paris nach Marseille beginnen konnte. Von dort ging es am 11. August 1797 auf einem Schiff unter neutraler Flagge (in Europa tobte gerade der erste Koalitionskrieg) weiter bis Larnaca (Zypern) und von Limassol nach Alexandria. Gut fünf Wochen später traf Hornemann in Bulak, dem Nilhafen vor den Toren Kairos ein.

Dort machte er sich vereinbarungsgemäß mit dem ihm fremden Umfeld bekannt, vervollständigte seine Sprachkenntnisse, nahm die Identität eines Mamelucken an und knüpfte Kontakte mit Karawanenhändlern und Pilgerreisenden. Eine Pestepidemie erschwerte diese Aufgabe. Die Okkupation Ägyptens durch die französische Armee schien sein Vorhaben zunächst zu bedrohen. Dann aber unterstützte ihn General Napoléon Bonaparte und er konnte sich am 5. September 1798 einer Karawane anschließen. Sie zog durch die Kattarasenke, über die Oasen Siwa und Audjila durch die Libysche Wüste und erreichte nach fast zwei Monaten Murzuq.

Dieser bedeutendste Handelsort des Fessan lag auf Transsahara-Route, die von Tripolis aus in den westlichen Sudan führte. Hornemann hielt sich dort etliche Wochen auf, ging dann für kurze Zeit nach Tripolis, um seine Reiseberichte zu schreiben und zu versenden, und kehrte Ende Januar 1800 wieder nach Murzuq zurück. Dort schloß er sich einem Kaufmann aus Bornu an. Gemeinsam mit ihm, so Hornemann in seinem letzten Brief vom 5. April 1800, wolle er am darauf folgenden Tag mit einer Karawane südwärts ziehen.

Erst rund 20 Jahre später trafen in Europa die ersten Nachrichten über sein vermutliches Schicksal ein. Danach sei er bis beinahe an den Unterlauf des Niger vorgedrungen, galt als Marabu, sei schließlich aber an Ruhr gestorben.

Hornemanns Berichte über seine Beobachtungen auf dem Wege von Kairo nach Murzuq sowie über die Erkundungen der Länder im westlichen Sudan wurden in London auswertet und trugen wesentlich zur Verbesserung der geographischen Karte Nordafrikas bei. Seine Beschreibung von Siwa bestätigte eine erst kurz zuvor durch William George Browne (1768-1813) getroffene Vermutung, die aus antiken Schriften bekannte Ammon-Oase gefunden zu haben.

1802 und im darauf folgenden Jahr erschienen seine Berichte zusammen mit kommentierenden Beiträgen zunächst in London, dann in französischer Übersetzung und in zwei deutschen Verlagen als so genanntes Tagebuch seiner Reise. Seither sind die Texte mehrfach neuaufgelegt. Ein Reprint der Weimarer Ausgabe von 1802 erschien bei Olms in Hildesheim/Zürich/New York 1997.

Schriften

(Englische, französische und deutsche Erstausgaben)


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.



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