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Evangelikal

Evangelikal (vom englischen evangelical) bezeichnet Christen, die sich, unabhängig von ihrer Konfession, auf die Bibel als einzige Glaubensgrundlage berufen. Evangelikale sind der Überzeugung, dass zum Christentum eine klare persönliche Willensentscheidung (Bekehrung) und eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus gehört.

Inhalt
1 Der Begriff "evangelikal"
2 Verbreitung der Evangelikalen
3 Was haben Evangelikale gemeinsam
4 Richtungen innerhalb der Evangelikalen in Deutschland
5 Kritik
6 Evangelikale und Fundamentalisten
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Der Begriff "evangelikal"

Das relativ junge Wort Evangelikal ist heute ein feststehender Ausdruck für ein in seinem Selbstverständnis auf ausgezeichnete Weise bibeltreues Christentum geworden, das sich von Traditionalismus, Liberalismus, Säkularismus, aber meist auch vom Sakralen Ritual der Nichtprotestanten, abgrenzt. Die Bezeichnung Evangelical wurde in den Vereinigten Staaten im 20. Jahrhundert immer mehr verwendet um Christen zu bezeichnen, die in der Tradition der bibeltreuen Erweckungsbewegungen stehen, aber nur zum Teil dem christlichen Fundamentalisten zuzurechnen sind, von dessen separatistischen Tendenzen sie sich in der Regel abgrenzen.

Im deutschen Sprachraum konnte die wörtliche Rück-Übersetzung evangelisch für den gleichen Begriff nicht verwendet werden, da der Begriff bereits seit der Reformation im 16. Jahrhundert besetzt ist (und beispielsweise in Österreich die Evangelische Kirche beinahe ein Rechtsmonopol auf die Bezeichnung beansprucht). Daher kam es zur Wortschöpfung evangelikal. Dieser Begriff hat sich gegenüber ähnlichen Begriffen wie bibeltreu oder pietistisch durchgesetzt, da er vom Wort her die Verbindung sowohl zum Evangelium als auch zur internationalen Bewegung herstellt.

Achtung: Im Englischen/Amerikanischen hat evangelical zwei Bedeutungen: Es wird zum einen mit "evangelikal" übersetzt. Zum anderen wird es (seltener) einfach "evangelisch" übersetzt, wie beispielsweise in der "Evangelical Lutheran Church in America" (ELCA), der evangelisch-lutherischen Kirche der USA, die keineswegs "evangelikal" ist. Zur Beschreibung des deutschen "evangelisch" wird im Englischen eher "protestant" verwendet. Gemäß einer Faustregel tendieren Evangelikale in den USA eher dazu, evangelical mit einem kurzem e auszusprechen, wogegen Nicht-Evangelikale eher ein langgezogenes "eeeevangelical" intonieren.

Verbreitung der Evangelikalen

Evangelikale gibt es in fast allen Konfessionen, wobei in Deutschland der Anteil der Evangelikalen in Freikirchen größer ist als in Landeskirchen. In den deutschen evangelischen Landeskirchen sind etwa 7 bis 10 % der aktiven Mitglieder Evangelikale, in der deutschen katholischen Kirche weniger als 1 %. Im wesentlichen evangelikal ausgerichtete Kirchen sind zum Beispiel Baptisten, Pfingstbewegung, Methodisten, Mennoniten, und Adventisten.

Weltweit gehören heute etwa ein Drittel aller Christen zu den Evangelikalen. Insbesondere in Asien, Afrika, Südamerika und den Vereinigten Staaten ist die Bewegung in starkem Wachstum begriffen, teilweise auf Kosten liberaler und traditioneller Kirchen. International haben sich die Evangelikalen in der Evangelischen Allianz zusammengeschlossen. Bei der Evangelischen Allianz können Kirchen, diakonische und missionarische Werke und einzelne Christen Mitglieder sein.

In der evangelikalen Theologie sind England und Amerika führend. Bekannte evangelikale Theologen sind John Stott, J.N.D. Kelly, Donald Carson, Bruce Metzger, Norman Geisler, Craig Blomberg, W.L. Craig, J.P. Moreland, Gary Habermas. Einige von ihnen wurden ins Deutschee übersetzt (siehe Literatur), von den meisten findet man online Artikel in englischer Sprache.

Was haben Evangelikale gemeinsam

Richtungen innerhalb der Evangelikalen in Deutschland

In Deutschland lassen sich die Evangelikalen grob in drei Gruppierungen einteilen:

Kritik

Bei der Kritik an Evangelikalen werden diese oft undifferenziert mit
Fundamentalisten in einen Topf geworfen. Da die evangelikale Bewegung ein sehr weites Spektrum umfasst, sind die meisten Kritikpunkte nur für Teile der Bewegung zutreffend.

Evangelikale und Fundamentalisten

Evangelikale werden oft mit
Fundamentalisten gleichgesetzt. Das wird dadurch unterstützt, dass Fundamentalisten sich oft als die eigentlichen Evangelikalen sehen. (Umgekehrt sagen nicht-fundamentalistische Evangelikale von sich nie, dass sie Fundamentalisten sind.) Hier eine Tabelle mit den grundsätzlichen Unterschieden zwischen (evangelikalen) Fundamentalisten und nicht-fundamentalistischen Evangelikalen:
Fundamentalisten nicht-fundamentalistische Evangelikale
Misstrauen der wissenschaftlichen Arbeit, lehnen manchmal Forschung grundlegend ab. Sind prinzipiell offen für wissenschaftliche Arbeit
Glauben streng an die Verbalinspiration der Bibel als göttliches Diktat, leugnen die menschlichen und kulturellen Aspekte der Bibel Bejahen die menschliche und kulturelle Dimension der Bibel und berücksichtigen diese Zusammenhänge bei der Bibelauslegung.
Legen die Bibel buchstäblich aus Auslegung muss erarbeitet werden und kulturelle Zusammenhänge, Sprachformen der Texte, etc. werden berücksichtigt
Sehen wahres Christentum nur dort, wo ihre Lehrmeinungen gültig sind, distanzieren sich von der Ökumene Sind aufgeschlossener gegenüber anderen Christen und können sich in der ökumenischen Bewegung engagieren

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Wissenschaftliche Artikel

Kritik

Gruppierungen


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.