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Obwohl heute eher populärwissenschaftliche bzw. polemische Schriften oder Reiseberichte aus seinen Gemeinverständlichen Werken (eine nach seinem Tod erschienene Sammlung der populären Schriften die auch die Welträhtsel oder die Briefe aus Insulinde beinhaltet) gelesen werden bieten auch wissenschaftliche Werke heute durchaus Inspiration. Hervorzuheben sind hier die Generelle Morphologie von 1866, das weltweit erste Lehrbuch der Biologie auf Grundlage der Evolutionstheorie Darwins ist sowie die Anthropogenie von 1874 in der Haeckel mit Methoden der vergleichenden Anatomie den Ursprung des Menschen im Tierreich untersucht und seine Stammesgeschichte rekonstruiert.
Haeckel sah die Biologie in vielem mit der Kunst verwandt. Seine künstlerische Begabung wurde durch Symmetrien in der Natur stark angesprochen, unter anderem an Einzellern wie Radiolarien. Besondere Berühmtheit erlangten seine Abbildungen von Planktonorganismen, die die mikroskopische Welt in eindrucksvoller Schönheit darstellten. Seine "Kunstformen der Natur", die er 1899-1904 in mehreren Heften veröffentlichte, gehörten - wie Brehms Tierleben - in den Haushalt eines jeden Bildungsbürgers. Seine Darstellungen beeinflussten die Kunst des beginnenden 20. Jahrhunderts. So beruhen die Glaslüster im Ozeanischen Museum Monaco von Constant Roux ebenso auf Vorlagen Haeckels wie das monumentale Tor des französischen Architekten René Binet auf der Pariser Weltausstellung 1900. Binets von Haeckel inspirierte Tafelwerk "Esquisses décoratives" wurde zu einer Grundlage der Art nouveau (Jugendstil).
Auch Haeckels Wohnhaus (heute das Ernst Haeckel Museum) und das von ihm gestiftete Phyletische Museum, beides in Jena führen Kunst und Wissenschaft zusammen, in dem z.B. Ornamente der Fassade und Innenaustattung Tafelwerke zu den Medusen zitieren.
Haeckel war unglaublich arbeitsam. So beschrieb er allein von der britischen HMS Challenger-Expedition über 3500 neue Radiolarien-Arten. Haeckels Challenger-Report umfast 3 Bände mit 2750 Druckseiten und 140 detailliert gestochenen Tafeln dieser fragilen Organismen. Insbesondere nach dem Tod seiner ersten Frau arbeitete er vielfach mehr als 18 Stunden am Tag. Haeckels Beobachtungen der Parallelen zwischen Ontogenese und Phylogenese waren Grundlage für die Postulierung eines kausalen Zusammenhanges zwischen ontogenetischen und evolutiven Prozessen; seine Theorie läßt sich im Satz "Ontogenese rekapituliert Phylogenese" zusammenfassen. Da Haeckels Versuche, diese Theorie zu beweisen, ungenau waren, und Haeckel selbst die naturwissenschaftliche Erkenntnis in Gegensatz zur Religion stellte, wurden sie unter anderem zu einem Angriffspunkt der Kreationisten, um die Evolutionstheorie zu widerlegen, er wurde aber auch von dem Biologen Stephen Jay Gould kritisiert. Philosophisch verfocht er einen Monismus, unter dem er eine Einheit von Gott und Welt verstand. So schrieb er in "Die Welträthsel":
Haeckel war eine auffallende Persönlichkeit, und seine Popularität in der Öffentlichkeit war größer als in wissenschaftlichen Kreisen. Obwohl Haeckels Ideen für die Geschichte der Evolutionstheorie wichtig waren, und er ein kompetenter Anatom war, haben sich viele seiner theoretischen Überlegungen als unpräzise, teilweise auch falsch herausgestellt. Er postulierte, benannte und beschrieb ursprüngliche Mikroorganismen, die aller Wahrscheinlichkeit nach nie existiert haben.
Sein Biogenetisches Grundgesetz von 1866 wird heute als veraltet angesehen. Seine Neigung zur philosophischen Bewertung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse dürfte mit dafür verantwortlich sein, dass seine Abbildungen biologischer Objekte teilweise mehr und anderes zeigten, als tatsächlich bei kritischer Betrachtung vorhanden ist. Obwohl er die induktive Methode Darwins lobend herausstellte, war er doch mehr von der deduktiven Gedankenkonstruktion Lamarcks fasziniert. So nimmt es nicht Wunder, dass er naturwissenschaftliche Erkenntnisse aus vielen Bereichen sehr gezielt als Beleg seines Monismus darstellte und eine kritische, nach allen Seiten orientierte Betrachtung unterließ.
Schriften von und über Ernst Haeckel im Internet:
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |