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Die meisten Enzyme sind ihrer chemischen Natur nach Eiweiße (Proteine). Doch auch Ribonukleinsäuren (RNA) können als Ribozyme katalytisch wirksam sein. In den Frühzeiten der chemisch-biologischen Evolution waren einfach gebaute RNA-Moleküle, die den heutigen Polymerasen ähnelten, offenbar die einzigen Biokatalysatoren.
Für die katalytische Wirksamkeit eines Protein-Enzyms ist das so genannte aktive Zentrum verantwortlich, das aus besonders gefalteten Teilen der Polypeptidkette oder reaktiven Nicht-Eiweiß-Anteilen des Enzymmoleküls besteht. Eine spezielle Hohlstruktur im Enzym bewirkt, dass das aktive Zentrum mit einem passenden Substrat in Kontakt treten kann. (Schloss-Schlüssel-Prinzip)
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1 Einteilung 2 Vorkommen und Verwendung 3 Klassifikation 4 Nomenklatur 5 Enzymhemmung 6 Regulation der Enzymaktivität im Organismus: 7 |
1. reine Protein-Enzyme
Einteilung
Man unterscheidet nach ihrer Struktur drei Typen von Enzymen:
Neben diesen reinen Protein-Enzymen gibt es noch Enzyme mit einem reaktiven Nicht-Eiweiß-Anteil (Cofaktor). Der Cofaktor eines Enzyms kann entweder ein anorganisches Ion sein (z.B. ein Eisen- oder Mangan-Ion) oder ein komplexeres organisches Molekül, das man Coenzym nennt. Einige Enzyme benötigen sowohl ein Coenzym, als auch ein oder mehrere Metallionen für ihre Aktivität. Der Cofaktor kann dauerhaft oder nur vorübergehend mit dem Proteinanteil des Enzyms verbunden sein. Daher unterscheidet man:
2. Enzyme mit fest und dauerhaft gebundener prosthetischer Gruppe
Die Enzymaktivität, einer der Parameter der Enzymkinetik, ist von äußeren Faktoren abhängig. Temperaturerhöhung vermag die Geschwindigkeit einer enzymatischen Reaktion zu steigern, jedoch nur dann, wenn durch die erhöhte Temperatur die Enzymproteine nicht denaturiert werden. Auch pH-Wert-Änderungen haben einen Einfluss auf die Enzymaktivität.
Ein immoblilisiertes Enzym ist ein Enzym, das chemisch oder durch Adsorption an ein Trägermaterial oder durch Einschluss in Membranen oder Mikrokapseln gebunden sind. Letztere sind für das Enzym undurchlässig, aber erlauben trotzdem einen stetigen Austausch von Substrat und Produkt.
Vorteile: Garantiert längere Halbwertszeit (der Enzymaktivität), einfache Abtrennung von Reaktionsprodukt, kontinuierliche Arbeitsweise
Nachteile: Herstellungskosten, Aktivitätsverlust, Massentransfer limitiert.
Man unterscheidet grob zwischen 3 verschiedenen Immobilisierungstechniken:
1. Oxidoreduktasen, die Redoxreaktionen katalysieren. Beispiele: Alkoholdehydrogenase, Pyruvatdehydrogenase.
2. Transferasen, die funktionelle Gruppen von einem Substrat auf ein anderes übertragen, z.B. Pyruvatkinase.
3. Hydrolasen, die Bindungen unter Einsatz von Wasser spalten. Beispiele: Amylasen, Glycosidasen, Peptidasen, Esterasen.
4. Synthasen, auch Lyasen genannt, die die Synthese komplexerer Produkte aus einfachen Substraten katalysieren, allerdings ohne Spaltung von ATP. Beispiel: Fumarase.
5. Isomerasen, die die Umwandlung von chemischen Isomeren beschleunigen. Beispiel: Epimerase.
6. Synthetasen oder Ligasen, die die Bildung von Substanzen katalysieren, die chemisch komplexer sind als die benutzten Substrate, allerdings im Unterschied zu den Synthasen nur unter Energieverbrauch, d.h. ATP-Spaltung, enzymatisch wirksam sind. Beispiel: Pyruvatcarboxylase.
Man unterscheidet vier Formen der Enzymhemmung:
1. Kompetitive Hemmung:
2. Unkompetitive Hemmung:
In vielen Fällen ist jedoch eine zusätzliche Kontrolle erforderlich. Dies kann erfolgen durch die kovalente Bindung von kleinen Molekülen an das Enzym, z. B. Phosphatgruppen. Dies führt durch Konformationsänderung zur Aktivierung oder Inaktivierung des Enzyms.
Bei der allosterischen Regulation bestehen die Enzyme aus mehreren Untereinheiten (entweder gleichen oder auch verschiedenen Proteinmolekülen). Bindung von Substrat- oder Hemmstoff-Molekülen an eine Untereinheit führt zu Konformationsänderungen im gesamten Enzym, welche die Affinität der übrigen Bindungsstellen für das Substrat verändern.
Bei allosterische Enzymen wird die Umsatzgeschwindigkeit als Funktion der Substratkonzentration nicht durch eine Hyperbel (Michaelis-Menten-Beziehung), sondern durch eine sigmoide (S-förmige) Kurve beschrieben (Hill-Gleichung). Allosterische Effekte ändern die Steigung dieser Kurve. Dabei kann die Änderung durch Bindung des Substrates (homotroper Effekt) oder durch andere Moleküle (heterotroper Effekt) erfolgen.
Feedback Hemmung entsteht, wenn das Produkt einer Reaktionskette auf das Enzym am Anfang dieser Kette hemmend wirkt. Dadurch entsteht automatisch ein Regelkreis.
Siehe auch:Pepzym
Klassifikation
Es werden nach ihrer Funktion sechs Klassen von Enzymen unterschieden:Nomenklatur
Die IUPAC und International Union of Biochemistry and Molecular Biology haben zusammen eine Nomenklatur der Enzyme erarbeitet, die diese heterogene und zahlreiche Vertreter enthaltende Gruppe der Moleküle klassifiziert.
Hierzu erarbeitete die IUPAC Prinzipien der Nomenklatur:
Außerdem wurde ein Codesystem entwickelt, in dem die Enzyme unter einem bestimmten Zahlencode zu finden sind. Listen aller erfassten Enzyme gewährleisten ein schnelleres Auffinden das angegebenen Enzymcodes. Allerdings lassen die Codes nicht auf die Reaktion, die das Enzym katalysiert zurückschliessen. Dies ist mit dem Namen, wenn er nach obigen Regeln entwickelt wurde, möglich.
Probleme der Nomenklatur ergeben sich z.B. bei Enzymen, die mehrere Reaktionen katakysieren. Zu ihnen existieren deshalb manchmal mehrere Namen.
Einige Enzyme tragen Trivialnamen, die nicht erkennen lassen, dass es sich bei der genannten Substanz um Enzyme handelt. Da diese Namen aber teilweise breite Verwendung finden, wurden diese Namen übernommen. Bsp: Trypsin, Pepsin, Verdauungsenzyme des Menschen
weitere Informationen zur Nomenklatur von Enzymen:
www.chem.qmul.ac.uk/iubmb/ Enzymhemmung
Die Wirksamkeit eines Enzyms lässt sich auf unterschiedliche Weise unterbinden, wir unterscheiden die reversible Hemmung von der irreversiblen Inaktivierung.a) Substrat und Hemmstoff binden beide in das aktive Zentrum des Enzyms.
b) Substrat und Hemmstoff binden an verschiedenen Stellen im Enzym, jedoch führt die Bindung des einen zu einer Konformationsänderung, welche die Bindung des anderen verhindert.
Der Inhibitor ist nicht umsetzbar und stoppt dadurch die Enzymarbeit. Nur bei ausreichend hoher Hemmstoff-Konzentration bleibt das Enzym gehemmt. Nimmt die Konzentration des Hemmstoffes ab, und die Substratkonzentration zu, kann wieder Substrat vom Enzym gespalten werden.
3. Nichtkompetitive Hemmung:
4. Partiell-nichtkompetitive Hemmung:Regulation der Enzymaktivität im Organismus:
Im einfachsten Fall wird die Enzymaktivität durch die Konzentration von Substrat und Produkt (welches als kompetitiver Hemmstoff wirkt) bestimmt.
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |