Eimer
Ein Eimer ist ein zylindrischer oder schwach konischer Behälter mit flachem, seltener gewölbtem Boden, der aus unterschiedlichen Materialien, früher vorzugsweise aus Holz oder Leder, heute aus Metall oder Kunststoff besteht. Er ist ein vielseitig einsetzbares Transportmittel. Bevorzugt wird er zum Transport von Flüssigkeiten oder Schüttgut verwendet. Zum Tragen ist der Eimer mit einem beweglichen Henkel versehen, der zum Ausschütten oder Ausgießen des Inhalts heruntergelegt werden kann.
Etymologie
Das Wort "Eimer" lässt sich etymologisch über mhd e(i)nber, e(i)mber als Lehnbildung auf lat amphora "Henkelkrug" zurückführen (ahd b(h)eran zu griech φερειν "tragen"). Der henkellose Bottich (ahd. botah, vgl. engl body "Rumpf ohne Gliedmaßen") wurde zunehmend durch den einhenklingen e(i)n-amber und den zweihenkligen zuo-amber, den Zuber, ersetzt. Auch der süddeutsche Dialektausdruck Amper dürfte seine Wurzeln im lateinischen Wort Amphora haben.
Maßeinheit
Ein Eimer war früher auch ein Volumenmaß. Dieses unterlag von Ort zu Ort oft gewissen Schwankungen.
- Deutsches Maß: 1 Eimer = 60 Maß = ca. 64 l (Bayern) und ca. 56,5 l (Österreich)
- Siebenbürgen (1842): 1 Eimer = 8 Maß = 32 Seidel = 0,1922 bayerische Schenkeimer = 12,328 l
- Böhmen (1842): 1 Eimer = 32 Pinten = 128 Seidl = 0,9581 bayerische Schenkeimer = 61,453 l
- Öhringer Maß um 1800 (Näherungswert): 1 Eimer = ca. 90 l
- Württembergisches Maß (1806 bis 1871):
- Trübeich: 1 Eimer = 3,0678649 Hektoliter
- Helleich: 1 Eimer = 2,939271 734323 Hektoliter
- Schenkeich: 1 Eimer = 2,672065213 Hektoliter
Siehe auch: Alte Maße und Gewichte
Sonstiges
- In der Brandbekämpfung wurden früher Eimer zum Wassertransport eingesetzt, vielfach in einer Eimerkette.
- Ein Eimer kann auch als Trinkgefäß verwendet werden, beim so genannten Eimersaufen. Dazu wird der Eimer meist mit Sangría gefüllt und mit langen Strohhalmen von mehreren Personen gleichzeitig leer getrunken.
- Es gibt ein bekanntes Lied "Ein Loch ist im Eimer, oh Henry ...".
- Die Redensart: Es ist alles im Eimer soll besagen, dass eine Sache hoffnungslos verloren ist.
- Es gießt wie aus Eimern soll bedeuten , dass es sehr heftig, fast wolkenbruchartig regnet.
- 1981 erschien der Film "Alles im Eimer" mit Dieter Hallervorden.
- Während es in Österreich sehr wohl die alte Maßeinheit gab, wird für das Gefäß hauptsächlich der Ausdruck Kübel verwendet.
- In der Wachau bei Spitz an der Donau gibt es den Tausendeimerberg, dessen Weingärten in guten Jahren 1.000 Eimer (ca. 56.000 Liter) Wein brachten.
- heinle-web.de/maase.htmwww.heinle-web.de/maase.htm
fonline.de/rs-ebs/geschichte/groessen/mas12.htmwww.fonline.de/rs-ebs/geschichte/groessen/mas12.htm
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