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Edikt contra Origenes

Das Edikt contra Origenem stellt die Schlussfolgerungen des Liber adversus Origenem von Kaiser Justinian I dar, in dem er sich auf einen Konzilsbrief der ägyptischen Bischöfe von 400 bezieht.

Es ist nicht zu verwechseln mit den fünfzehn Anathemata gegen Origenes, den Konzilsakten eines Konzils aus dem 5. Jahrhundert in Konstantinopel. Es ist jedoch nicht eindeutig feststellbar, ob es sich dabei um das lokale Konzil von Konstantinopel 543 handelt oder um das 2. ökumenische Konzil von Konstantinopel.

Die neun Anathemata, die am Ende des Edikts aufgeführt sind, lauten:

1. Wer behauptet oder glaubt, die Seelen der Menschen hätten schon vor ihrer Geburt bestanden, sie seien einstmals Vernunftwesen gewesen und hätten heiligen Mächten angehört; sie seien dann der göttlichen Schau [der Huldigung Christi] überdrüssig geworden und hätten sich dem Bösen [Luzifer] zugewandt; dadurch sei ihre Liebe zu Gott erkaltet, weshalb sie die Bezeichnung „Abgefallene“ erhielten; zur Strafe seien sie in [menschliche] Körper einverleibt worden - den treffe der Bannfluch!

2. Wer behauptet oder glaubt, die Seele des Herrn habe schon vor dessen Menschwerdung und vor seiner Geburt aus der Jungfrau Maria bestanden und sei das [alttestamentlich geoffenbarte] „Wort aus Gott“ gewesen - den treffe der Bannfluch!

3. Wer behauptet oder glaubt, daß zuerst der Leib unseres Herrn Jesus Christus im Schoße der heiligen Jungfrau herangewachsen sei und daß sich die Seele des „Wortes aus Gott“ [also Christi] erst danach [bei der Geburt] mit diesem Leib vereinigt habe - den treffe der Bannfluch!

4. Wer behauptet oder glaubt, das „Wort aus Gott“ [Christus] sei Vorbild aller himmlischen Ordnungen: er sei also für die Cherubim der Cherub, für die Seraphim der Seraph, ja er sei Vorbild einfach aller Mächte in der Höhe - den treffe der Bannfluch!

5. Wer behauptet oder glaubt, die Leiber der Auferstandenen seien [meist noch] „gebeugte Gestalten“, und wer nicht bekennt, daß wir als aufrechte [Gestalten] auferweckt werden - den treffe der Bannfluch!

6. Wer behauptet oder glaubt, Himmel, Sonne, Mond, Sterne und Gewässer seien [Sinnbilder] überirdischer, beseelter, vernunftbegabter Mächte [und Geister] - den treffe der Bannfluch!

7. Wer behauptet oder glaubt, der Herr Jesus Christus habe eine neue Weltzeit eingeleitet und sei sowohl für die Menschheit wie auch für die Dämonen [des Totenreiches] am Kreuz gestorben - den treffe der Bannfluch!

8. Wer behauptet oder glaubt, Gottes Macht unterliege gewissen Einschränkungen und was er geschaffen habe, sei seinem Umfang nach begrenzt, da Unbegrenztes nicht begriffen werden könne; oder alles, was von Gott stamme, sei so wie Er ewig - den treffe der Bannfluch!

9. Wer behauptet oder glaubt, die Bestrafung der Dämonen und der gottlosen Menschen sei nur zeitlich und finde daher zu bestimmter Zeit ihr Ende und auch sie fänden den Weg zurück zum Vater wieder - den treffe der Bannfluch!


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.