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Dynastie der Saud

Dynastie der Saud, arabische Dynastie auf der Arabischen Halbinsel seit etwa 1735.

Herrscher in Nadschd:

Könige von Saudi-Arabien:

Im 18. Jahrhundert verbündete sich Muhammad ibn Saud (1735 - 1765) mit dem Führer der Wahhabiten Muhammad ibn Abd al-Wahhab und vereinigte die Beduinenstämme des zentralen Arabiens (Nadschd) unter seiner Herrschaft. Bald nach der Vereinigung der Stämme begannen die Feldzüge gegen die Randgebiete der arabischen Halbinsel um die "falschen" Muslime zu bekämpfen. So wurden 1801 im Irak die schiitischen Heiligtümer Nadschaf und Kerbala erobert und zerstört. Abd al-Aziz ibn Saud wurde dafür später von Schiiten ermordet. Als aber 1803 Mekka und Medina erobert und auch die osmanischen Gebiete in Syrien angegriffen wurden, beauftragte der osmanische Sultan die Ägypter unter Muhammad Ali Pascha mit der Vertreibung der Wahhabiten. Zwischen 1811 und 1818 wurden die Wahhabiten von den Ägyptern unter Ibrahim Pascha mehrmals besiegt und mussten den Hedschas mit Mekka und Medina aufgeben. 1818 eroberten die Ägypter mit Dahrijja auch das Zentrum der Wahhabiten im Nadschd.

Allerdings begann schon unter Turki as-Saud (1820 - 1832) die Neubegründung des Wahhabitenreichs in Arabien. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam unter den Saudis zunehmend zu Familienfehden, so dass sie 1884 durch den Stamm der Schammar unter Muhammad bin Abdallah bin Rasid gestürzt wurden und nach Kuwait ins Exil gehen mussten. In den folgenden Jahren war nun Hail in Nordarabien das Zentrum des Wahhabismus.

Erst 1901 eroberten die Saudis unter Abd al-Aziz al Saud Riad (1901 - 1953) und den Nadschd zurück. 1913 wurde die osmanische Provinz al-Hasa erobert. Nach der Anerkennung der Saudis durch Großbritannien (1915) konnte Abd al-Aziz al Saud nach dem 1. Weltkrieg die Vereinigung der Beduinenstämme im zentralen Arabien fortführen. So wurden die Schammar 1921 unterworfen und 1924 Hussain ibn Ali der König des Hedschas besiegt und Mekka und Medina unterworfen. Mit der Sicherung der Provinz gegenüber dem Jemen (1934) hatte das Land seine heutigen Grenzen erreicht. Am 23.09. 1932 wurde das Königreich Saudi-Arabien proklamiert. Mit der Entdeckung größer Erdölvorkommen 1938 begann eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Nachfolger Saud ibn Abd al-Aziz (1953 - 1964) überließ die Regierung weitgehend seinem Bruder Faisal ibn Abd al-Aziz (1964 - 1975). In den Sechziger Jahren kam es zu verstärkten Spannungen zwischen dem konservativen Saudi-Arabien und dem republikanischen Ägypten unter Nasser. So unterstützten beide Staaten im jemenitischen Bürgerkrieg (1962 - 1967) die Royalisten bzw. die Republikaner. Im November 1962 wurden sogar saudische Städte von der ägyptischen Luftwaffe bombardiert. Erst nach der ägyptischen Niederlage im Sechstagekrieg von 1967 kam es zu einer Entspannung der Beziehungen.

1960 wurde mit dem Iran, Irak, Kuwait und Venezuela die OPEC gegründet, um die Stabilität des Ölpreises zu sichern. Als 1973 die OPEC den Ölpreis erhöhte, führte dies zur Ölkrise und zu erheblichen wirtschaftlichen Problemen der westlichen Industrieländer.

Nach der Ermordung von Faisal wurde Chalid ibn Abd al-Aziz König (1975 - 1982), wobei die Regierung aber von Fahd ibn Abd al-Aziz (seit 1982) geführt wurde. Unter ihm wurden 1977 die Erdöl- und Erdgasfirmen in Saudi-Arabien verstaatlicht.

Wie prekär die Sicherheitslage eines so reichen Ölstaates wie Saudi-Arabien ist, wurde mit der Besetzung Kuwaits (1990 - 1991) durch den Irak, den die USA massiv gegen den Iran aufgerüstet hatten, deutlich. Saudi-Arabien musste sich dadurch noch stärker mit den USA und anderen westlichen Staaten verbünden um sich selbst zu schützen und um die Iraker wieder aus Kuwait zu vertreiben. Allerdings führte die Stationierung westlicher Truppen in Saudi-Arabien zu heftiger Kritik islamischer Fundamentalisten die sich zunehmend gegen das Königshaus richtet und in jüngerer Vergangenheit zu mehreren Terroranschlägen auf westliche Einrichtungen führte.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geriet Saudi-Arabien zunehmend als Finanzier extremistischer islamischer Organisationen in die internationale Kritik. Dies führte seitdem zu einer konsequenteren Bekämpfung radikaler Islamisten, was allerdings weitere Terroranschläge bisher nicht verhindern konnte.


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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