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Vor allem entwickelt Süskind durch die Kontrastierung seines genialen Helden Grenouille gegen die übrige Welt eine ebenso amüsant zu lesende wie beißende Kritik der Doppelmoral des modernen Lebens. Das Buch interessiert sich nicht nur für die Zustände im vorrevolutionären Frankreich, sondern ist auch eine Parodie auf die bürgerliche Gesellschaft von heute.
Dafür ein Beispiel: Grenouille trifft nach langem Vegetieren in einer Höhle auf den Marquis de la Taillade-Espinasse. Dieser fühlt sich als Forscher, und er hat sich einer einzigen Theorie verschrieben, der des "letalen Fluidums". Demnach ist der Aufenthalt in Erdnähe und der Verzehr erdnaher Produkte für den Menschen schädlich oder gar tödlich, während der erdferne Aufenthalt gesund machen soll. Nach sieben Jahren Aufenthalt tief in einer Berghöhle ist Grenouille sicher kein sonderlich appetitlicher Anblick, aber allein die Tatsache, dass er diesen Aufenthalt überlebt hat, reicht als Widerlegung der sowieso recht abstrusen Theorie des Marquis aus. Süskind hingegen beschreibt, wie der Marquis ausgerechnet Grenouille zum größten Beleg für die Richtigkeit seiner Theorie aufbaut. Ergebnis dieser Kapitel: Eine glänzende Wissenschaftssatire, und doch nur ein kleiner Abschnitt in diesem lesenswerten Buch.
Die verschiedenen angeführten wissenschaftlichen Arbeiten zur Extraktion der Düfte sind auch ein wesentlicher Teil des Romans, deshalb wirkt das Ganze wirklichkeitsnäher.
Sonstiges
Der sehr medienscheue Autor Patrick Süskind zögerte lange, die Filmrechte für Das Parfüm zu verkaufen.
Diese Thematik wird in Helmut Dietls Film Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (1997), bei dem Süskind auch als Co-Autor beteiligt war, aufgegriffen.
Im Jahr 2000 wurden die exklusiven Filmrechte an dem Roman für ca. 5-10 Millionen Euro an Bernd Eichingers Produktionsfirma Constantin Film verkauft. Der Film ist für das Jahr 2005 angekündigt; Regie führt Tom Tykwer
Der Song "Scentless Apprentice" der Grungeband Nirvana basiert zum Teil auf diesem Roman.
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