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| Friedensnobelpreis1935 |
Carl von Ossietzky (* 3. Oktober 1889 in Hamburg, † 4. Mai 1938 im Polizeikrankenhaus Berlin nach mehrjähriger KZ-Internierung) war ein deutscher Schriftsteller und Herausgeber der Weltbühne.
Carl von Ossietzky, Sohn eines oberschlesischen Stenographen, war ein bedeutender Journalist und Redakteur. Nach dem Tod von Siegfried Jacobsohn, dem Gründer der Zeitschrift Weltbühne, war er ab 1927 zusammen mit Kurt Tucholsky deren Herausgeber in Berlin.
Schon früh begeisterte er sich für den Pazifismus und engagierte sich in der Friedensbewegung. Die Teilnahme als Soldat an der Schlacht um Verdun während des ersten Weltkrieges bestärkte ihn in dieser Haltung.
Bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften schrieb er immer wieder kritische Beiträge über die Aushöhlung der Weimarer Republik und der Weimarer Verfassung, über die Parteienpolitik und gegen die Wiederaufrüstung, was ihm mehrere Prozesse vor Gericht einbrachte.
Ein Bericht über die geheime Aufrüstung der Reichswehr führte zum auch international Aufsehen erregenden "Weltbühne-Prozess" 1931, in dem er wegen Landesverrats zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.
Als engagierter Pazifist und Demokrat wurde er am 28. Februar 1933 durch die Nationalsozialisten verhaftet und in Berlin-Spandau interniert. Danach erfolgte die Überführung in das KZ Sonnenburg, später ins KZ Esterwegen im Emsland. Während dieser Zeit wurde er immer wieder schwer gefoltert.
Am 23. November 1936 wurde Carl von Ossietzky der Friedensnobelpreis zugesprochen, den er auf Weisung Adolf Hitlers jedoch nicht annehmen durfte. Eine Folge der Preisverleihung war aber, dass v. Ossietzky aus Rücksicht auf die Weltöffentlichkeit 1936 ins Berliner Staatskrankenhaus der Polizei verlegt wurde. Dort starb er zwei Jahre später an Tuberkulose und an den Folgen der Folter.
Seit 1963 verleiht die internationale Liga für Menschenrechte die Carl-von-Ossietzky-Medaille; die Stadt Oldenburg verleiht seit 1984 alle zwei Jahre den Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik.
1991 gab sich die Universität Oldenburg den Namen "Carl von Ossietzky Universität Oldenburg". Ossietzkys Tochter Rosalinda von Ossietzky-Palm war bis zu ihrem Tod im Jahr 2000 Ehrenbürgerin der Universität.
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