| Infos Home | Impressum | Original Artikel & Autoren Liste |
| Inhalt |
|
1 Buchführung 2 Wirtschaftsprüfer |
Buchführung
Siehe auch: Buchhaltung, Kameralistik, Rechnungswesen
Methode der doppelten Buchführung
Die Bilanz und Erfolgsrechnung beruht auf dem zuerst in Italien unter den Medici aufgekommenen Prinzip der sogenannten doppelten Buchführung, welches jede Transaktion gleichermaßen als Soll- und als Haben-Buchung in die jeweiligen Konten einträgt. Eine Gehaltsauszahlung würde dabei auf dem Konto der Bank abgezogen, also im Haben vermerkt und dem Konto der Personalkosten gutgeschrieben, also im Soll eingetragen. Buchungen werden immer nach dem Schema "Sollkonto an Habenkonto" gebucht. Unsere Buchung der Personalkosten in Höhe von 140.000 Einheiten der verwendeten Währung würde der Buchhalter als "Personalkosten an Bankkonto 140.000" bezeichnen und so in seine Konten schreiben:
Personalkosten Bankkonto Soll | Haben Soll | Haben ------------+------------- ------------+------------ Abr. von | ,--- ,--- | Personal: 03: 140.000 | ---' ---' | 03: 140.000 ------------+------------- ------------+------------Am Ende einer Buchführungsperiode werden die offenen Kontenbeträge mit der Bilanz gegengebucht. Leere Flächen werden in Kontenausdrucken mit der sogenannten Buchhalternase blockiert, welche die Möglichkeit einer Manipulation des Kontos unterbinden soll (ich bitte um Entschuldigung für die krude ASCII-Grafik).
Anstelle der Begriffe Soll und Haben werden in der Bilanz auch die Worte Aktiva und Passiva verwendet, die darauf hinweisen sollen, dass das in das Geschäft investierte Geld aktiv ist und darin investierten Mittel passiv, also untätig sind.
Bilanz Aktiva | Passiva ------------------------+------------------------ Grundstück 500.000 | Eigenkapital 401.000 Betriebs- und | Hypothek 150.000 Geschäftsausst. 11.000 | Verbindlichk. 20.000 Fuhrpark 35.000 | ,----- Ware 25.000 | -----' ------------------------+------------------------ 571.000 | 571.000Beispiel einer Bilanz als Konto einer doppelten Buchführung. Wie man sieht, müssen die Summen der Posten auf beiden Seiten des Kontos den gleichen Wert zeigen. Nach dem Abschluss werden die Bilanzdaten wieder auf die Konten zurückgebucht. Die Posten werden von oben nach unten aufsteigend nach ihrer Liquidierbarkeit sortiert.
Recht und Buchführung
Nach § 238 HGB jeder Kaufmann (nach der Legaldefinition des § 1 HGB also jeder, der ein Handelsgewerbe betreibt) verpflichtet, Bücher über seine Geschäfte zu führen. Die Bücher müssen sich auch einem sachverständigen Dritten erschließen, dürfen also nur von Schlüsseln Gebrauch machen, wenn diese ebenfalls in lesbarer Form vorliegen.
Alle Vorfälle müssen nach § 239 III HGB vollständig nachvollziehbar sein, also auch Fehlbuchungen. Diese müssen storniert; das heißt normalerweise die falschen Zahlen werden nochmals gegenkontiert, und dann die richtigen Zahlen kontiert; werden. Ein Herumhantieren mit Tipp-Ex in den Geschäftsbüchern wäre als Versuch der Manipulation ein Verstoß gegen diese Pflicht, der beispielsweise bei Kapitalgesellschaften nach § 331 Nr. 1 HGB (Unrichtige Darstellung) mit bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe sanktioniert wird.
Die Aufbewahrungspflichten sind in § 257 HGB festgelegt: Bücher und andere Aufstellungen des Geschäftsverkehrs sowie Belege müssen mindestens 10, Verhandlungsbriefe mindestens 6 Jahre lang geordnet aufbewahrt werden.
siehe auch: Revision (Wirtschaftswissenschaft)
Wirtschaftsprüfer
Wirtschaftsprüfer und Revisoren sind ausgebildet, die von Buchhaltern erstellten Bilanzen auf Stimmigkeit zu überprüfen.
|
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |