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Brockhaus

Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG ist eine Verlagsgruppe, die besonders für die Herausgabe von Wörterbüchern und Lexika unter den Marken Brockhaus, Duden, Meyer bekannt ist.

Inhalt
1 Chronik
2 Auflagenübersicht
3 Verlagsprogramm (Auswahl)
4
5

Chronik

Vorgänger-Lexikon von Löbel und Franke

Von Brockhaus aufgekauft und fortgeführt wurde das Conversations-Lexikon - Conversations-Lexicon oder kurzgefaßtes Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung aus den Wissenschaften und Künsten vorkommenden Gegenstände mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der älteren und neueren Zeit in 6 Bänden von Renatus Gotthelf Löbel und Christian Wilhelm Franke.

Es erschienen 2 Nachtragsbände in verschiedenen Verlagen: Leipzig: F. A. Leupold 1796-1800 und Leipzig: J. C. Werther 1806 und bereits vom F. A. Brockhaus: Amsterdam 1810 und Leipzig 1811.

Brockhaus 1805-1984

Friedrich Arnold Brockhaus (1772-1823) begann 1805 mit seinem Verlag in Amsterdam. 1808 erwarb er auf der Leipziger Buchmesse das unvollständige »Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten« von Löbel und Franke, gab dazu zwei Ergänzungsbände heraus. Die 2. Auflage in 10 Bänden erschien 1812-1820, wurde ein Erfolg und legte den Grundstock für die heute in 20. Auflage erscheinende »Brockhaus Enzyklopädie«. 1811 verlegte Brockhaus seinen Verlag nach Altenburg in Thüringen, Deutschland.

In der Vorrede der Redaktion und Verlagshandlung zum 15. Band der 11. Auflage des Brockhaus von 1868 wird die Zielsetzung des Werkes beschrieben:

"Das Conversations-Lexikon [hat] die Flüssigmachung und Popularisierung der wissenschaftlichen, künstlerischen und technischen Ergebnisse, nicht für die die geschäftliche Praxis, sondern für die Befriedigung und Förderung der allgemeinen Bildung zur Aufgabe. [...] Denn jene allgemeine Bildung ist nichts Geringeres als die humane Bildung, welche das Individuum innerhalb des Culturlebens seiner Zeit erlangt, die für ihren Ausgangspunkt die Berufsbildung voraussetzt und, wie den intellectuellen so den moralischen Menschen umfassend, als der Quellpunkt socialer und nationaler Kraft und Entwicklung betrachtet werden muß.[...] Den Kreis der Ideen und Thatsachen, wie er sich für den einzelnen unabsehbar in Geist, Geschichte und Natur auseinanderlegt, in begrenztem Rahmen, gleichsam als Mikrokosmos, zur Anschauung zu bringen, nicht zur Lösung eines wissenschaftlichen Problems oder zur Uebung einer Kunstfertigkeit, sondern um den Menschen als solchen mit der Welt, die über seinen alltäglichen Horizont hinausliegt, bekannt zu machen, indem ihm die Einsicht in den Begriff und den organischen Zusammenhang der Dinge, sowie die Uebersicht über das Ganze, wenn nicht erschlossen, so doch erleichtert wird."

1817-1818 zog der Verlag nach Leipzig um, wo Brockhaus später dann auch eine eigene Druckerei betrieb. In der Buchstadt Leipzig erschienen dann auch die weiteren Auflagen des Lexikons, ferner Werke aus den Gebieten Geschichte, Literatur (F. Rückert, die Memoiren Casanovas u.a.), Philosophie (A. Schopenhauer), die »Leipziger Allgemeine Zeitung«, J. P. Eckermanns »Gespräche mit Goethe«. Das Programm wurde später durch populärwissenschaftliche Schriften und Reisewerke (F. Nansen, S. Hedin) erweitert. Das eigentliche Hauptarbeitsgebiet des Verlags sind jedoch immer die Nachschlagewerke gewesen.

Nach 1945 wurde das Stammhaus in Leipzig enteignet und in Wiesbaden setzte der F. A. Brockhaus-Verlag die Produktion fort und firmierte als F.A. Brockhaus.

Bibliographisches Institut 1826-1984

Das Bibliographische Institut wurde 1826 von Joseph Meyer (1796-1856) als Verlagsbuchhandlung in Gotha gegründet, später nach Hildburghausen und schließlich 1874 nach Leipzig verlegt. Durch die Herausgabe preiswerter Klassikerausgaben und durch neue Werbe- und Vertriebsmethoden gewann Meyer neue Käufer- und Leserschichten. Neben dem 52-bändigen »Großen Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände« (1840-1855) erschienen weitere Reihenwerke wie »Meyers Universum«, »Meyers Reiseführer«, »Meyers Atlanten« und »Brehms Tierleben«. Das 1880 von Konrad Duden herausgegebene »Orthographische Wörterbuch« bildete die Grundlage für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung.

Das Bibliographische Institut wurde 1915 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und nach der Enteignung 1946 in der DDR als Volkseigener Betrieb fortgeführt. 1953 gelang es den Aktionären, den Sitz des Unternehmens in die Bundesrepublik, und zwar nach Mannheim, zu verlegen.

Chronik seit 1984

1984 fusionierten die beiden deutschen Lexikonverlage: F.A. Brockhaus und Bibliographisches Institut AG. Seit 1985 ist Mannheim Unternehmenssitz des Verlags »Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG«. 1988 wird der Verlag Langenscheidt KG zum Mehrheitsaktionär des Buchverlags.

Nach der Wiedervereinigung nahmen beide Verlage ihre Tätigkeit auch in Leipzig wieder auf, der dortige VEB Brockhaus wurde von der Treuhand an die Verlagsgruppe verkauft. Insgesamt gliedert sich das Verlagsprogramm in vier Bereiche, die durch eigene Verlagsnamen gekennzeichnet sind:

Auflagenübersicht

Verlagsprogramm (Auswahl)

Reihe »Brockhaus - Die Enzyklopädie«

Die aktuelle 20. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie umfaßt rund 260 000 Stichwörter auf 17 000 Seiten, die durch circa 35 000 Abbildungen, Karten und Tabellen ergänzt werden.

Für das Jahr 2005 wird mit dem Erscheinen des ersten Bandes der 21. Auflage gerechnet. Nach einer Ankündigung wird diese Auflage 30 Bände umfassen.


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.