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Die Aschura-Riten finden entsprechend in den ersten zehn Tagen dieses Monats statt, wobei täglich ein anderes Ereignis im Mittelpunkt steht. Höhepunkt und Abschluss der Trauerzeremonien ist der zehnte Tag. Die Aschura-Riten als öffentliche Trauerriten umfassen sowohl Erzählungen, Prozessionen als auch kultische Inszenierung des Martyriums Husains. An jedem Tag steht ein anderes Ereignis der Schlacht im Mittelpunkt der rituellen Handlungen.
Seit dem 16. Jahrhundert wurden die Trauerrituale anlässlich Ashura Teil der iranischen Volksreligiosität. Unterschieden werden drei verschiedene Muharram-Bräuche:
Rouza-chwani: Ein Redner erzählt vom Marytrium des Husain und ruft dies damit in Erinnerung. Sinazani: Öffentliche Prozessionen, in denen die Teilnehmer Trauerkleidung tragen, sich auf die Brust schlagen oder sich selber geißeln, Taziya: Nachstellung der Schlacht um Kerbela mit kultischer Inszenierung des Ereignisses.
In allen drei Formen werden die Teilnehmer so ergriffen, dass viele beginnen zu weinen. Die Taziya ähnelt dabei, so Richard Yann, in ihren Ausdrucksformen den Passionsspielen des europäischen Mittelalters.
Im Laufe der Zeit wurden die Erzählungen um diese Schlacht ausgeschmückt. Dazu ein Beispiel: So kennt die Schia Erzählungen davon, wie der Halbbruder Husains diesem Wasser geben wollte, jedoch dabei die Hand abgeschlagen bekam.
Wie sehr gerade Aschura von Bedeutung ist zeigt sich im übrigen nicht nur in der jährlichen Wiederholung der Riten, sondern auch darin, dass die Erzählungen um diese Schlacht fester Bestandteil der religiösen Erziehung ist.
Das iranische Fernsehen zeigt in dieser Zeit Bilder von verschiedenen Ashura-Prozessionen sowie Aufnahmen aus Kerbela.
Siehe auch: schiitische Passionsspiele, Arba'in
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